Stand: 16.07.2019 07:39 Uhr

Nach Großfamilien-Streit: Polizei weiter präsent

Nach einem Streit zweier rivalisierender Großfamilien mit mehreren Verletzten am Wochenende in Seevetal (Landkreis Harburg) hält die Polizei ihre Präsenz in den Ortsteilen Maschen und Meckelfeld weiter hoch. Die Beamten wollen damit verhindern, dass die beiden Familien noch einmal aneinandergeraten, sagte Polizeisprecher Jan Krüger NDR 1 Niedersachsen am Montag. In den vergangenen Tagen hat die Polizei demnach zu diesem Zwecke die Identitäten diverser Menschen überprüft und Platzverweise ausgesprochen.

Das Polizeiwappen auf einer Uniform.

Verstärkte Polizeipräsenz im Landkreis Harburg

Hallo Niedersachsen -

Am Sonnabend war ein Streit zwischen zwei verfeindeten Clans in Seevetal eskaliert. Weil die Lage immer noch angespannt ist, sind Beamte des Spezial-Einsatzkommandos immer noch präsent.

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Polizei: Keine Gefahr für Anwohner

Grund zur Sorge gibt es für unbeteiligte Anwohner laut Krüger nicht. Der Konflikt spiele sich explizit zwischen den beiden Familien ab. Worum es dabei genau geht, kann die Polizei bislang nicht sagen. Auch nicht, ob der Streit mittlerweile beigelegt ist. Die Familien sind der Polizei schon länger bekannt, bisher war es laut dem Sprecher aber noch nie zu solch schweren Körperverletzungen gekommen.

Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags

Der Streit war am Sonnabend eskaliert. Vier Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer. Zwei 22-Jährige erlitten Prellungen, zwei Männer im Alter von 24 und 23 Jahren kamen mit Stich- und Schlagverletzungen in verschiedene Krankenhäuser. Lebensgefahr bestehe bei ihnen nicht, hieß es. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags gegen vier Männer. Diese waren am Wochenende zunächst nicht auffindbar. Mittlerweile haben die Ermittler nach Angaben eines Sprechers mehrere Verdächtige ausfindig gemacht. Die Beamten nahmen die Personalien auf, festgenommen wurde aber keiner der Männer, hieß es.

Zwei Angriffe auf einem Parkplatz

Seinen Anfang genommen hatte der Streit offenbar am Sonnabend gegen 22 Uhr auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Maschen. Zwei Männer griffen den Angaben zufolge einen 22-Jährigen an und verletzten ihn mit Schlägen und Tritten. Noch vor Eintreffen der Polizei flohen die Täter. Gegen 23.30 Uhr kam es dann zu einer weiteren Konfrontation auf demselben Parkplatz: Vier Männer seien mit einem Auto vorgefahren und hätten mehrere Angehörige der anderen Familie angegriffen, hieß es. Dabei wurden den Angaben zufolge auch Stichwaffen eingesetzt. Im Anschluss seien die Täter mit dem Wagen geflohen. Das Fluchtfahrzeug wurde am Sonntagmorgen vor der Wohnung eines Angreifers entdeckt. Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) durchsuchten daraufhin die Wohnung. Die Gesuchten waren aber nicht dort.

Verstärkung aus Lüneburg und Hamburg

Die beiden beteiligten Familien sind der Polizei in Seevetal bekannt. In der Vergangenheit seien sie mehrfach miteinander in Streit geraten. Auch dabei sei es bereits zu Körperverletzungen gekommen, teilte die Polizei mit. Der Konflikt am Sonnabend hatte zu einem Großeinsatz geführt. Rund 20 Streifenwagen waren nach Angaben eines Sprechers bis tief in der Nacht vor Ort. Zur Verstärkung hatte die Polizei Beamte aus dem Gebiet der Polizeidirektion Lüneburg sowie aus Hamburg alarmiert. Die Stimmung sei zwischenzeitlich sehr aggressiv gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Weil Angehörige beider Seiten dazukamen und eine weitere Eskalation drohte, habe die Polizei die Präsenz ausgeweitet und Autos auf den Straßen kontrolliert. Zu weiteren Auseinandersetzungen kam es nach Polizeiangaben aber nicht mehr.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 15.07.2019 | 19:30 Uhr

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