Stand: 19.11.2018 19:58 Uhr

Im Landkreis Rotenburg fließt ab sofort H-Gas

Die meisten Gaskunden in Norddeutschland erhalten ihr Gas bislang aus den Niederlanden. Da die Vorkommen des sogenannten L-Gas (Low Calorific Gas) dort jedoch langsam versiegen, wird in immer mehr Regionen auf H-Gas (High Calorific Gas) aus Norwegen und Russland umgestellt. Auch der fünftgrößte Gasversorger Deutschlands, die EWE aus Oldenburg, rüstet sein Netz jetzt um und spricht dabei vom komplexesten Energie-Infrastrukturprojekt Niedersachsens. Seit Montag fließt das neue Gas jetzt auch zu den Verbrauchern im südlichen Landkreis Rotenburg. In den vergangenen neun Monaten hatten Monteure 45.000 Gaskunden besucht und deren Geräte überprüft.

Umstellung verläuft unproblematisch

Der Rotenburger Landrat Hermann Luttmann (CDU) und Jörn Macheit vom Netzbetreiber EWE drehten am Mittag in Ottersberg gemeinsam das große grüne Rad auf der neuen Gasleitung auf. Seitdem fließt das H-Gas durch die Rohre im südlichen Landkreis Rotenburg. Das neue H-Gas setzt beim Verbrennen mehr Energie frei als das L-Gas. Deshalb mussten die Endgeräte der Gaskunden zuvor umgestellt werden. Bei mehr als 99 Prozent der Haushalte sei das problemlos möglich gewesen, sagt EWE-Sprecher Jens Witthus. Nur Heizungen und Gasherde, die älter als 30 Jahre sind, hätten zum Teil ausgetauscht werden müssen.

Alls Wichtige zur Umstellung von L-Gas auf H-Gas

  • Bis 2030 werden die Haushalte umgestellt.
  • Betroffen sind alle L-Gas-Kunden.
  • Das Verbreitungsgebiet liegt vor allem in Nordwestdeutschland.
  • H-Gas hat einen höheren Energiegehalt als das bisherige L-Gas.
  • Der jeweilige Netzbetreiber organisiert die Umstellung und teilt den Termin mit.
  • Zunächst werden bei einer Bestandsaufnahme alle Gasgeräte registriert.
  • Betroffen sind Thermen, Herde, Heizkessel und Öfen bzw. Kamine.
  • Etwa ein Jahr später folgt die technische Anpassung der Geräte.
  • Es gibt dabei keine Unterbrechung der Versorgung.
  • Die Umrüstung der Gasgeräte ist laut Bundesnetzagentur grundsätzlich kostenlos.

Verbraucher müssen nichts bezahlen

Wie ein Sprecher der Bundesnetzagentur gegenüber NDR.de mitteilte, ist der Wechsel vom niederländischen auf das russisch-norwegische Gas für den Verbraucher grundsätzlich kostenlos. Werder die Austauschteile noch die Arbeitsstunden werden den Betroffenen in Rechnung gestellt. Die Kosten werden seit 2017 bundesweit umgelegt und und von allen Gaskunden zusätzlich zum Netzentgelt enthoben.

EWE arbeitet sich von Region zu Region vor

Als nächstes will die EWE in der Region zwischen Sottrum und Osterholz-Scharmbeck das Gas umstellen. Danach folgt der Bereich bis Cuxhaven. Bis 2030 sollen alle Haushalte die Erdgas-Sorte gewechselt haben.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 19.11.2018 | 18:00 Uhr

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