"Gassenzauber": Stadt Lüneburg untersagt Glühwein-Verkauf

Stand: 07.12.2020 19:45 Uhr

Die Stadt Lüneburg hat ihr Konzept für den "Gassenzauber" angepasst. Der freie Verkauf von Glühwein ist im Innenstadtbereich ab sofort nicht mehr erlaubt.

Vertreter von Stadt und Landkreis beschlossen am Montag, nun auch Gastronomen und Händlern das Außer-Haus-Angebot für alkoholische Getränke zu verbieten. Am "Gassenzauber" mit den kleinen Weihnachtsinseln und 22 Buden soll aber grundsätzlich festgehalten werden. Geplant seien allerdings Korrekturen wie größere Verweilzonen zum Sitzen und eine Aufstockung des Ordnungspersonal, hieß es in einer Mitteilung.

Keine Bußgelder trotz "einiger Auswüchse"

Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD), Landrat Jens Böther (CDU, l) und weitere Mitwirkende halten den Schriftzug "Wir für Lüneburg" am Rande einer Pressekonferenz in den Händen. © dpa-Bildfunk Foto: Philipp Schulze
Der Gassenzauber findet unter dem Motto "Wir für Lüneburg" statt.

Am Sonnabend waren die sogenannten Verweilzonen aufgrund des großen Andrangs bereits nach kurzer Zeit überfüllt gewesen. Die Menschen hätten zu sehr in Trauben zusammengestanden hätten, sagte ein Polizeisprecher. Vor den Buden seien die Abstände nicht eingehalten und zudem Bratwürste und Crêpes überall in der Innenstadt verzehrt worden. Es sei aber niemand gebührenpflichtig verwarnt worden. "Es waren auch Touristen da, zum Beispiel aus Hannover oder dem Harz, die gar nichts von den Rahmenbedingungen wussten", so der Sprecher. Die Ordnungskräfte seien bei der Anzahl der Menschen nicht in der Lage gewesen, alles zu kontrollieren. Die Schausteller können die Kritik nicht nachvollziehen. Es müsse zwar noch an einigen Stellen nachgebessert werden, doch im Großen und Ganzen sei das Wochenende sehr gesittet abgelaufen, sagte ein Sprecher NDR 1 Niedersachsen.

Streit um Verweilzonen bereits vor Eröffnung

Kurz vor Eröffnung des "Gassenzaubers" hatte der Landkreis das Hygienekonzept der Stadt bemängelt. Deshalb war die Eröffnung auf den Sonnabend verschoben worden. Streitpunkt waren insbesondere die Verweilzonen. In diesen Zonen können die Besucher trotz Maskenpflicht die Mund-Nase-Bedeckung abnehmen, um zu essen und zu trinken. Damit diese Zonen nicht zu voll werden, hatte die Stadt entschieden, den Getränkeverkauf an den dortigen städtischen Buden komplett zu untersagen. Mehr als ein Dutzend lokale Gastronomen hatten das Konzept aber durchkreuzt und parallel mit dem Verkauf des beliebten Wintergetränks begonnen.

Aktionen rund um den "Gassenzauber" geplant

Der "Gassenzauber" läuft noch bis zum 23. Dezember. Besondere Aktionen sind Adventskalender in Schaufenstern mit hochwertigen Preisen, eine Märchenmeile, Lichtprojektionen und 200 Tannenbäume. Auch Künstler sollen auftreten. Kritik an dem abgespeckten Weihnachtsmarkt kommt von der Gastronomie: Der Gaststättenverband findet den Markt den geschlossenen Restaurants gegenüber unfair.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 07.12.2020 | 18:00 Uhr

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