Stand: 21.09.2020 20:52 Uhr

Coca-Cola: Lüneburger übergeben OB Mädge Petition

Übergabe einer Petition gegen Brunnenbohrungspläne von Coca Cola an Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge. © NDR
Initiatorin Karina Timmann übergibt am Montag Lüneburgs Oberbürgermeister Mädge (Mitte) die Unterschriften. Auch "Rote Rosen"-Schauspielerin Anja Franke (Zweite von Links) unterstützt die Petition.

Aus Protest gegen den Plan der Firma Coca-Cola, einen dritten Trinkwasserbrunnen in der Region zu bohren, haben Bürger am Montagabend eine Petition an Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) übergeben. Coca-Cola habe den Betrieb eines dritten Brunnens beantragt, um die Fördermenge für sein Mineralwasser "Vio" von 350 Millionen auf 700 Millionen Liter pro Jahr zu verdoppeln. Um das Reservoir zu schützen, wurde die Petition "Unser Trinkwasser gehört uns - nicht Coca-Cola" gestartet. Rund 92.000 Menschen unterstützen die Forderung. "Sauberes und jederzeit verfügbares Trinkwasser ist besonders in Zeiten des Klimawandels und der vermehrten Hitze-Sommer ein schützenswertes Gut und muss für viele Generationen vorgehalten werden", sagte Initiatorin Karina Timmann. "Unser Grundwasservorkommen gehört der Allgemeinheit und darf nicht verkauft werden."

Coca-Cola spricht von geringer Fördermenge

Coca-Cola hat in einer Stellungnahme auf die aus seiner Sicht geringe Menge Grundwasser verwiesen, die das Unternehmen in der Region fördere. Die Untere Wasserbehörde verteile die Rechte und Coca-Cola fördere nur 1,6 Prozent der genehmigten Menge im Land. Die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung habe immer Vorrang vor gewerblicher Nutzung. Sollte die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung beeinträchtigt sein, könnten Wasserrechte beschränkt und auch ganz zurückgenommen werden, so die Sprecherin weiter.

Grüne fordern Konzept zum Umgang mit Wasser

Die Grünen im Landtag kritisieren unterdessen die langen Genehmigungszeiträume von bis zu 30 Jahren und fordern eine höhere Wasserentnahmegebühr. "Es ist nicht vermittelbar, wenn ein Allgemeingut wie sauberstes Grundwasser für 0,009 Cent pro Liter an einen Weltkonzern wie Coca-Cola abgegeben wird, um anschließend dann 10.000 mal teurer in Plastikflaschen für 90 Cent verkauft zu werden. Das dies so möglich ist, zeigt, dass der Landesregierung ein Konzept zum sparsamen Umgang mit Wasser in Zeiten der Klimakrise fehlt", sagte Imke Byl, umweltpolitische Sprecherin.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 21.09.2020 | 19:30 Uhr

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