Feuerwehrleute mit Schutzanzügen besprechen sich an einem Einsatzort. © Hellwig TV-Elbnews Produktion

Brunnen-Unglück: Nachbarn retten Hausbesitzerin das Leben

Stand: 05.07.2021 20:21 Uhr

Die Polizei geht nach dem Tod zweier Männer auf einem Grundstück in Lüneburg von einem Unglücksfall aus. Die Männer hatten am Freitag in einem Brunnenschacht das Bewusstsein verloren.

Wie die Polizei am Montag dem NDR in Niedersachsen bestätigte, wollte der 55 Jahre alte Mann die Gartenpumpe reinigen und instand setzen und war dafür in einen etwa fünf Meter tiefen Schacht geklettert. Zum Reinigen habe er offenbar Salzsäure verwendet, wodurch sich ein giftiges Chlorwasserstoff-Gas bildete, so die Polizei. Der Mann verlor in dem Schacht das Bewusstsein, stürzte in den teilweise mit Wasser gefüllten Brunnen und starb. Ein 20-jähriger Nachbar wollte den Verunglückten aus dem Schacht bergen. Dabei verlor er den Angaben zufolge ebenfalls das Bewusstsein und starb. Daraufhin wollte die Hausbesitzerin ebenfalls hinunter klettern. Nachbarn hielten sie zurück und retteten ihr so laut Polizei das Leben.

Schwierige Umstände: Opfer erst nach fünf Stunden geborgen

120 Einsatzkräfte waren mit Spezialgerät angerückt. Neben Chlorwasserstoff stellten die Schadstoffspezialisten Kohlenstoffdioxid fest, das in hoher Konzentration ebenfalls gefährlich ist. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers konnten sie nur in Schutzkleidung in den engen Schacht klettern, um die beiden Männer zu bergen. Die Retter benötigten 30 Minuten, um zu den Verunglückten in dem Brunnenschacht vorzudringen, weil Rohre ihnen den Weg versperrten. Sie durchzusägen war wegen des Funkenflugs und der Explosionsgefahr zunächst nicht möglich. Der Schacht musste erst belüftet werden. Die Leichen der beiden Männer konnten erst nach etwa fünf Stunden geborgen werden.

Drei Personen erleiden Gasvergiftung

Laut Polizei wurden drei Angehörige der Opfer mit Gasvergiftungen ins Krankenhaus gebracht. Ein Feuerwehrmann erlitt einen Kreislaufkollaps und kam ebenfalls in eine Klinik. Eine Umwelteinheit überprüfte die Luft auf Giftstoffe - stellte aber keine Gefahr für Anwohner fest.

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Ein alter Kran im Lüneburger Hafenviertel. © NDR Foto: Julius Matuschik
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.07.2021 | 15:00 Uhr

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