Stand: 20.02.2015 09:08 Uhr

Die Causa Christian Wulff - eine Chronologie

07.01.2013 - Christian und Bettina Wulff trennen sich

Wulffs Anwalt Gernot Lehr bestätigt, dass sich das Ehepaar Christian und Bettina Wulff einvernehmlich getrennt hat. Die beiden sollen eine Trennungsvereinbarung unterzeichnet haben. Die Verantwortung für den gemeinsamen vierjährigen Sohn Linus wollen Christian und Bettina Wulff auch künftig gemeinsam tragen. Allerdings nicht mehr in dem gemeinsamen Haus in Großburgwedel. Dort bleibt Bettina Wulff mit Linus und ihrem Sohn Leander wohnen, während Christian Wulff einem Medienbericht zufolge in eine Mietwohnung in Hannover gezogen ist.

06.03.2013 - Anklage gegen Glaeseker erhoben

Die Staatsanwaltschaft Hannover erhebt Anklage gegen Wulffs ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker. Er muss sich wegen Bestechlichkeit in drei Fällen im Zusammenhang mit der Promi-Party "Nord-Süd-Dialog" vor Gericht verantworten. Ebenfalls angeklagt: der Partyveranstalter Manfred Schmidt, ihm wird Bestechung vorgeworfen. Die Verhandlung soll noch in diesem Jahr vor dem Landgericht Hannover beginnen.

07.03.2013 - Wulffs verkaufen Haus in Großburgwedel

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Wulff ist schon ausgezogen, nun will das getrennte Ehepaar das Haus in Großburgwedel offenbar verkaufen.

Der rote Klinkerbau in Großburgwedel (Region Hannover) brachte einst die Affäre Wulff ins Rollen: Mit einem Zeitungsbericht über ein angebliches privates Darlehen zur Finanzierung des Hauses fing im Dezember 2011 alles an. Nun will das in Trennung lebende Ehepaar Wulff Medienberichten zufolge das Haus verkaufen.

09.03.2013 - Ermittlungen gegen Wulff ausgeweitet

Wie das Magazin "Focus" vorab berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Hannover ihre Vorwürfe gegen Wulff und David Groenewold verschärft. Sie lauten demnach nun auf Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung und nicht mehr auf Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung.

22.03.2013 - Staatsanwaltschaft bietet Deal an

Die Staatsanwaltschaft Hannover bestätigt, dass sie Wulff ein Angebot unterbreitet hat: Sie werde keine Anklage wegen Bestechlichkeit gegen ihn erheben. Im Gegenzug müsste er sich bereit erklären, die "strafrechtliche Verantwortung" zu übernehmen und 20.000 Euro zu zahlen. Dasselbe Angebot gelte für den ebenfalls beschuldigten Filmproduzenten David Groenewold.

09.04.2013 - Deal abgelehnt

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"Das Verfahren war und ist ohne Wenn und Aber einzustellen", heißt es in der Stellungnahme von Wulffs Verteidigern.

Wulffs Anwälte geben in Hannover bekannt, dass ihr Mandant sich nicht auf das Angebot der Staatsanwaltschaft einlassen wird. Die Vorwürfe gegen Wulff seien unbegründet. Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass sowohl Wulff als auch Groenewold einen Deal abgelehnt haben. Mehrere Zeitungen hatten kurz zuvor berichtet, Wulff habe einen Zeugen, der ihn entlasten könne. Hierfür gibt es aber keine offizielle Bestätigung.

12.04.2013 - Anklage wegen Bestechlichkeit

Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik wird ein ehemaliger Bundespräsident von der Justiz angeklagt: Die Staatsanwaltschaft Hannover wirft Christian Wulff Bestechlichkeit vor. Das Landgericht Hannover muss nun entscheiden, ob es zum Prozess kommt. Wulffs Rechtsanwälte weisen den Anklage-Vorwurf erneut zurück.

13.04.2013 - Bettina Wulff als Zeugin vor Gericht?

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Muss Bettina Wulff im Falle einer Anklage in den Zeugenstand?

Wird die Anklage gegen Wulff zugelassen, könnte womöglich auch Bettina Wulff in den Zeugenstand gerufen werden, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Wulffs Noch-Ehefrau hätte allerdings ein Zeugnisverweigerungsrecht.

12.05.2013 - Wulff soll im Glaeseker-Prozess ausssagen

Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, soll Wulff im Verfahren gegen seinen ehemaligen Sprecher Olaf Glaeseker aussagen, der sich wegen Bestechlichkeit verantworten muss.

10.06.2013 - Wulff geht gegen die "Bunte" vor

Wulff hat am Landgericht Köln eine Unterlassungsverfügung gegen die "Bunte" erwirkt. Das Gericht untersagte der Zeitschrift, zu behaupten oder auch nur den Anschein zu erwecken, Wulff habe eine Liebesbeziehung mit der Musikerin und DJane Sabine S.

30.06.2013 - Anwälte reichen Anklageerwiderung ein

Die "Bild am Sonntag" berichtet, dass Wulffs Anwalt Bernd Müssig bereits vor rund zwei Wochen eine Anklageerwiderung eingereicht hat. Auf 66 Seiten erhebt er demnach Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft Hannover: Wulff sei zum Lügner degradiert worden. Das Schriftstück soll einen Prozess wegen Bestechlichkeit verhindern helfen.

14.07.2013 - Entscheidung über Verfahren gegen Wulff läuft

Das Landgericht Hannover will einem "Spiegel"-Bericht zufolge im August entscheiden, ob sich Wulff wegen Bestechlichkeit vor Gericht verantworten muss. Sollte es dazu kommen, würde der Prozess dem Magazin zufolge am 1. November beginnen.

08.08.2013 - Wulffs verkaufen Haus in Großburgwedel mit Gewinn

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Wulffs sollen ihr Haus in Großburgwedel mit 235.000 Euro Gewinn verkauft haben.

Laut einem Bericht von stern.de haben die Wulffs ihr Einfamilienhaus in Großburgwedel für 650.000 Euro verkauft. Das sind 235.000 Euro mehr, als sie selbst bezahlt haben. Das Nachrichtenportal beruft sich dabei auf einen Kaufvertrag vom 13. Februar 2013. Den Gewinn dürfen die Wulffs behalten.

11.08.2013 - Glaeseker streitet Bestechlichkeit ab

Die Anwälte von Olaf Glaeseker haben ein 69-seitiges Schreiben eingereicht, in dem der Ex-Wulff-Sprecher den Vorwurf der Bestechlichkeit zurückweist. Außerdem widerspricht Glaeseker dem Ex-Bundespräsidenten. Der hatte behauptet, nichts von den Urlaubsreisen seines Sprechers zum Partymanager Schmidt gewusst zu haben. Dagegen heißt es in dem Schreiben von Glaesekers Anwälten: Wulff habe von den Reisen gewusst.

18.08.2013 - Event-Manager Schmidt widerspricht ebenfalls

Auch der wegen Bestechung angeklagte Event-Manager Manfred Schmidt widerspricht Wulffs Zeugenaussage, nichts von den Reisen Olaf Glaesekers zu Schmidt gewusst zu haben, wie der "Focus" berichtet. Schmidt behauptet dem Magazin zufolge, Wulff sei immer über die Reisen informiert gewesen. Außerdem weist Schmidt den Verdacht auf Bestechung zurück.

27.08.2013 - Landgericht Hannover lässt Anklage zu

Das Landgericht Hannover teilt mit, dass es ein Hauptverfahren gegen Wulff eröffnet. Allerdings wird er nicht wie von der Staatsanwaltschaft gefordert wegen Bestechlichkeit, sondern wegen Vorteilsannahme angeklagt. Der Prozess soll am 1. November beginnen.

06.09.2013 - Auch Glaeseker und Schmidt werden angeklagt

Das Landgericht Hannover lässt die Anklage gegen Olaf Glaeseker und Martin Schmidt zu. Der Prozess soll am 9. Dezember beginnen. Beide hatten zuvor die gegen sie erhobenen Vorwürfe der Bestechlichkeit, beziehungsweise der Bestechung dementiert.

20.09.2013 - Prozess-Start wird verschoben

Weil die Verteidiger Terminschwierigkeiten haben, wird der Beginn des Prozesses gegen Wulff um zwei Wochen verschoben. Voraussichtlicher Starttermin ist jetzt der 14. November 2013. Geladen sind 45 Zeugen, die an 14 Prozesstagen aussagen sollen. Insgesamt sind 22 Prozesstage angesetzt.

14.11.2013 - Hauptverhandlung startet

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Am ersten Prozesstag betonen Wulff und Groenewold, dass sie enge Freunde seien.

Es bleibt beim neuen Termin: Die Vorwürfe gegen Wulff wegen Vorteilsannahme und David Groenewold wegen Vorteilsgewährung werden in einem gemeinsamen Prozess verhandelt, dieser beginnt am 14. November um 10 Uhr am Landgericht Hannover. Vor dem Auftakt erklärt Wulff der vor dem Gericht versammelten Presse, er werde "den allerletzten Vorwurf ausräumen". Im Prozess erläutert er in einer rund 50 Minuten langen Einlassung ausführlich seine Sicht der Dinge. Sowohl Wulff als auch Groenewold betonen ihre andauernde Freundschaft.

12.12.2013 Bettina Wulff im Zeugenstand

Wulffs Noch-Ehefrau Bettina bestätigt vor Gericht die Freundschaft ihres Mannes zu David Groenewold. Dessen Einladung zum Oktoberfest sei zunächst privater Natur gewesen. Aus der privaten Idee sei aber später ein offizieller Termin geworden.

19.12.2013 - Rosenows "Zwischenfazit"

Richter Frank Rosenow fordert die Verfahrensbeteiligten zur Überlegung auf, ob eine Einstellung des Verfahrens in Betracht käme. Den Vorschlag machte er, weil Wulff die bewusste Annahme von Vorteilen bislang nicht nachgewiesen werden konnte. Rosenow gibt beiden Seiten bis Anfang Januar Zeit, sich zu entscheiden. Staatsanwaltschaft und Verteidigung signalisieren aber sofort, dass sie keine Einstellung wollen.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 29.10.2016 | 19:30 Uhr

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