Stand: 07.02.2020 16:00 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Wohnungsbau: SPD will landeseigene Gesellschaft

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Eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft könnte eigenes Geld in die Hand nehmen, um neue Wohnungen zu bauen. (Themenbild)

Günstige Wohnungen sind knapp in Niedersachsen - und es sieht nicht so aus, als würde sich das auf absehbare Zeit ändern. Die SPD im Land hat deshalb jetzt beschlossen: Eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft muss her. Eine solche Gesellschaft könnte eigenes Geld in die Hand nehmen, neue Wohnungen bauen oder bestehende kaufen und günstig vermieten. Doch bis dahin ist wohl noch ein weiter Weg. Denn die CDU ist skeptisch.

Weil: "Öffentlichen Wohnungsbau stärken"

"Wir wollen den öffentlichen Wohnungsbau durch die Gründung einer neuen und unveräußerlichen Landeswohnungsbaugesellschaft stärken", sagte SPD-Landesvorsitzender im Ministerpräsident Stephan Weil nach Abschluss der zweitägigen Jahresauftaktklausur in Springe. "Der Verkauf der Nileg, der Landeswohnungsbaugesellschaft, durch CDU und FDP im Jahr 2005 war ein großer Fehler", sagte er. Die Folgen spürten Mieter und betroffene Kommunen bis heute. Wie viel Geld für den Aufbau einer Wohnungsbaugesellschaft benötigt würde, ist nach Angaben der Staatskanzlei noch nicht abzusehen. CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer sagte, man sei zwar offen für alle Ideen. Man müsse aber hinterfragen, ob eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft der richtige Weg sei, die Probleme zu lösen

Kommunale Wohnungsbaugesellschaften vereinen?

Sollte eine landeseigene Gesellschaft nicht möglich sein, könne man auch über andere Modelle nachdenken, hieß es unterdessen aus dem Bauministerium. Dort kann man vorstellen, zum Beispiel bestehende kommunale Wohnungsbaugesellschaften unter einem Dach zu vereinen.

Mehr als 100.000 bezahlbare Wohnungen fehlen

Laut Landesarmutskonferenz Niedersachsen (LAK) fehlen in Niedersachsen mehr als 100.000 bezahlbare Wohnungen. Mehr als 40 Prozent aller Haushalte in Oldenburg, Hannover, Braunschweig und Osnabrück müssten mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens allein für ihre Miete ausgeben. Die LAK begrüßt deshalb den Plan, die Gründung einer neuen landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft voranzutreiben. Nun müsse der Landtag zeitnah einen entsprechenden Beschluss herbeiführen, sagte LAK-Geschäftsführer Klaus-Dieter Gleitze am Freitag in Hannover.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.02.2020 | 15:00 Uhr

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