Stand: 09.04.2020 12:26 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Weil zu Corona-Regeln: Sorge vor zu früher Lockerung

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) steht vor dem Osnabrücker Werk des Textilherstellers Zender Germany GmbH. © dpa - Bildfunk Foto: Friso Gentsch
Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) warnt vor einer zu frühen Lockerung der Corona-Reglementierungen.

Angesichts der Corona-Pandemie hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im ZDF Morgenmagazin die strengen Auflagen und die Kontaktsperre verteidigt. Weil sagte, er habe die Sorge, dass eine zu frühe Lockerung der derzeit geltenden Regelungen zu einem erneuten, schnellen Anstieg der Infektionszahlen führen werde. Es gehe darum, dafür zu sorgen, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werde und jedem, der Probleme bei einer Corona-Erkrankung habe, in den Kliniken geholfen werden könne. Man sehe jedoch, dass die beschlossenen Maßnahmen mittlerweile Wirkung zeigen. Im Hinblick auf die Osterfeiertage sagte Weil, dass Besuche unter bestimmten Bedingungen in Niedersachsen möglich seien. Der Ministerpräsident wendet sich am Donnerstagabend auch in einer Fernsehansprache gezielt an die Menschen in Niedersachsen.

Weil: Fernsehansprache am Abend

Laut Weil könnten sich beispielsweise Paten und ihre Patenkinder sehen. Großeltern-Besuche sollten aber zum Schutz der Senioren unbedingt unterbleiben. Generell sollten die sozialen Kontakte möglichst eingeschränkt bleiben. Er hofft, dass sich die Bundesländer auf ein einheitliches Vorgehen verständigen, wenn die Corona-Maßnahmen gelockert werden sollten. Seine Fernsehansprache soll Niedersachsen Mut machen.

Regelungen für Besuche und Bußgeldkatalog vorgestellt

Der Krisenstab des Landes hatte in dieser Woche eine entsprechende Verordnung zu Besuchen nach öffentlicher Kritik noch einmal präzisiert. Am Mittwoch hatte Krisenstab zudem über einen Bußgeldkatalog informiert, der Verstöße gegen die Corona-Reglementierung einheitlich ahndet.

Corona: Dafür drohen Bußgelder bis zu 10.000 Euro

Ein Katalog des Landes listet auf, was Verstöße gegen die Corona-Reglementierungen kosten. Bußgelder bis zu 10.000 Euro werden fällig, wer Freizeit- und Vergnügungsstätten oder Restaurants öffnet. Deren Besuch kann bis zu 400 Euro kosten. Auch der Betrieb von Beherbergungsstätten kann mit bis zu 10.000 Euro bestraft werden. Veranlasser öffentlicher Veranstaltungen müssen mit einem Bußgeld bis zu 5.000 Euro rechnen. Die Nichteinhaltung des Mindestabstandes von 1,5 m in der Öffentlichkeit betrifft de facto jeden Niedersachsen. Das ahndet das Land mit einem Bußgeld in Höhe von 150 Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.04.2020 | 10:00 Uhr

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