Stand: 11.08.2020 07:04 Uhr

Warum in Lauenau das Wasser knapp ist

Ein Mitarbeiter der Freiwilligen Feuerwehr Lauenau schüttet Brauchwasser in ein Becken. © dpa - Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg
Am Wochenende lief in Lauenau zeitweise kein Wasser mehr aus den Hähnen - die Freiwillige Feuerwehr verteilte daraufhin Brauchwasser.

Wasser ist in diesem dritten trockenen Sommer in Folge ein knappes Gut - das gilt ganz besonders für die Gemeinde Lauenau im Landkreis Schaumburg. Dort war die Wasserversorgung am Sonnabend zeitweilig komplett zusammengebrochen. Die Gemeinde bezieht ihr Wasser nicht wie andere Orte aus Trinkwasserbrunnen tief in der Erde, sondern aus Quellen im Deister. Für den Normalfall ist darin auch ausreichend Wasser für die Bürger vorhanden, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Doch in den vergangenen Wochen hat es kaum geregnet. Hinzu kommt, dass wegen der Corona-Pandemie viele Menschen den Sommerurlaub zu Hause verbringen und dort mehr Wasser verbrauchen.

VIDEO: Wassernot im Deister: Was folgt daraus? (2 Min)

Trinkwasserbrunnen im Deister soll Abhilfe schaffen

Bis zu 90 Kubikmeter Trinkwasser pro Stunde liefen in der vergangenen Woche durch die Leitungen. Nach Angaben von NDR 1 Niedersachsen kommen aber nur 30 Kubikmeter aus den Quellen. Die Folge war, dass es am Sonnabend vorübergehend gar kein Wasser mehr in Lauenau gab. Das Problem an sich ist nicht neu. Laut Gemeindedirektor Sven Janisch läuft seit 2017 ein Verfahren, damit Lauenau einen ehemaligen Trinkwasserbrunnen im Deister nutzen kann. Noch in dieser Woche soll der Brunnen genehmigt werden, so Janisch. Das Wasser würde helfen, aktuell die Not zu lindern.

Projekt Trinkwasserbrunnen in Meinsen

Ein noch größeres Projekt, das die Trinkwasserversorgung in Lauenau sichern soll, ist ein neuer Trinkwasserbrunnen in der Gemeinde Meinsen. Das Verfahren laufe insgesamt fünf Jahre, sagte Janisch. Denn es müssten beispielsweise hydrologische Gutachten gemacht werden.

Ist Lauenau zu schnell gewachsen?

Kritik von Bürgern, Lauenau sei viel zu schnell gewachsen und die Gemeinde komme mit der Infrastruktur nicht hinterher, wies Janisch im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen zurück. Die Infrastruktur sei ausreichend. Dass das Wasser knapp werde, hänge von vielen Faktoren ab. Nichtsdestotrotz hat der Gemeinderat bereits im vergangenen Jahr dem weiteren Wachstum von Lauenau einen Riegel vorgeschoben. Laut Janisch wird es vorerst keine weiteren Neubaugebiete geben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 10.08.2020 | 17:00 Uhr

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