Stand: 21.11.2018 07:05 Uhr

Umstrittene Nazi-Glocke wird entwidmet

Die evangelische Kirchengemeinde im niedersächsischen Schweringen (Landkreis Nienburg) will am heutigen Buß- und Bettag ihre umstrittene Hakenkreuz-Glocke entwidmen. Im Streit um die Glocke hatten sich das Landeskirchenamt und der örtliche Kapellenvorstand auf einen Kompromiss geeinigt: Auf die Glocke mit dem inzwischen weggefrästen Hakenkreuz sollen neue Symbole sowie eine neue Inschrift oder eine Überdeckung der alten Inschrift aus der NS-Zeit gelötet werden. Dafür wollen beide Seiten gemeinsam einen Künstler-Wettbewerb ausschreiben.

"Wir sind froh, dass wir nach langer Zeit eine Lösung gefunden haben, bei der die Glocke erhalten bleibt, aber das Hakenkreuz und die nationalsozialistische Inschrift nicht mehr sichtbar sein werden", sagte der Geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes in Hannover, Arend de Vries. "Ziel der Umwandlung muss sein, der Glocke eine neue Deutung zu geben, die von Toleranz und Versöhnung geprägt ist."

Glocke sorgte bundesweit für Schlagzeilen

Die 1934 gegossene und aufgehängte Glocke war vor einem Jahr stillgelegt worden, nachdem die Landeskirche bei allen Gemeinden zwischen Hann. Münden und Cuxhaven nachgefragt hatte, ob dort noch Glocken aus der Nazi-Zeit existierten. Daraufhin kam es in dem 800-Einwohner-Dorf zu einem heftigen Streit, der auch überregional für Aufsehen sorgte.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 19.11.2018 | 19:30 Uhr

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