Stand: 27.02.2019 21:45 Uhr

Opposition fordert bessere Qualität in Kitas

Wie kann der Weg in den Erzieher-Beruf attraktiver werden? Mit dieser Frage hat sich der Niedersächsische Landtag am Mittwoch beschäftigt. Derzeit absolvierten 14.000 junge Menschen eine Ausbildung zum Sozialassistenten oder zum Erzieher, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). "Das ist ein historischer Höchststand." Das Land bemühe sich mit einer Reihe von Schritten, in Zukunft noch mehr Fachkräfte zu gewinnen. So will das Land Niedersachsen zum Beispiel ab dem Start des neuen Schuljahres im August 2019 das Schulgeld für angehende Erzieher übernehmen, die ihre Ausbildung an einer Fachschule in freier Trägerschaft beginnen.

Bald jährlich 4,8 Millionen Euro

Dafür sind im Haushalt für das laufende Jahr zwei Millionen Euro eingeplant. Von 2020 bis 2022 sollen es dann jährlich 4,8 Millionen sein. Die Schulplätze an öffentlichen Schulen sind bereits kostenfrei. Ab dem kommenden August sollen auch angehende Erzieher und sozialpädagogische Assistenten an 24 Fachschulen die Möglichkeit haben, ihre schulische Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren und in dieser Zeit bereits in einem Kindergarten zu arbeiten. Wer den ersten Ausbildungsschritt zum sozialpädagogischen Assistenten bereits absolviert habe, könne in dieser Funktion in Teilzeit arbeiten und sich parallel zum Erzieher weiterbilden, sagte Tonne.

Ausbildungsvergütung gefordert

Der Opposition geht das nicht weit genug. Sie fordert, dass die angehenden Erzieher und Erzieherinnen schon während der Ausbildung bezahlt werden. Sie müssten während der vier Jahre dauernden Ausbildung wissen, wovon sie leben sollten, sagte FDP-Bildungspolitiker Björn Försterling. Die Große Koalition müsse endlich sicherstellen, dass eine Ausbildungsvergütung gezahlt und refinanziert werde. Die Diskussion darüber dauere schon viel zu lange.

"Landesregierung hat für die Kindergärten nichts mehr übrig"

Außerdem fordern Grüne und FDP von Rot-Schwarz, dass Kindergärten und Krippen besser ausgestattet werden. SPD und CDU hätten den Kindergartenbesuch für Eltern kostenlos gemacht, doch versäumt, die Situation in den Kitas zu verbessern, hieß es. FDP-Bildungspolitiker Björn Försterling sagte: "Die Landesregierung hat für die Kindergärten nichts mehr übrig." Die Grünen-Abgeordnete Julia Willie Hamburg nannte es bitter, dass sich die Personal-Situation in den Kindergärten in den vergangenen 20 Jahren nicht verbessert habe. "Vor Ort wissen die Erzieherinnen und Erzieher oft vor Arbeit nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht", so Hamburg.

Drei Betreuer pro Gruppe

Die Opposition will zudem erreichen, dass - wie in der Krippe – auch im Kindergarten drei Betreuer pro Gruppe Standard werden. SPD-Kultusminister Tonne sagte, man müsse realistisch bleiben - aktuell sei nicht genug Personal zu finden, um drei Betreuer pro Gruppe einzusetzen oder die Gruppen zu verkleinern.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 27.02.2019 | 18:00 Uhr

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