Stand: 03.05.2017 17:17 Uhr

Neuer Schultest für Flüchtlingskinder vorgestellt

Wie muss guter Unterricht für Kinder und Jugendliche aussehen, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind? Mit dieser Frage setzen sich Verantwortliche an Schulen in ganz Niedersachsen seit einigen Jahren auseinander - schließlich drücken Tausende Schüler mit Fluchthintergrund vom Harz bis zum Wattenmeer die Schulbank. Aber welche Fähigkeiten und Kompetenzen bringen die Schüler überhaupt mit? Ein neues Analyseverfahren soll nun bei der Beantwortung dieser Frage helfen. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) hat es sich heute in einem Gymnasium in Lehrte in der Region Hannover angesehen.

Ein Test ohne viele Worte

Das Programm "2P - Potenzial und Perspektive" wird am Computer durchgeführt und fragt in sieben Teilbereichen den Lernstand der Schülerinnen und Schüler ab - ohne viel Text, dafür mit Zeichnungen und Illustrationen. So sollen auch Kinder mit fehlenden Deutschkenntnissen den Test absolvieren können. Es sei wichtig, schnell zu wissen, was die Kinder und Jugendlichen schon können, sagt Ministerin Heiligenstadt. Nur so könne man sie am Ende individuell fördern. Geprüft werden die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch sowie unter anderem Konzentrationsfähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit, Probleme zu lösen.

Vier Schulen testen für das ganze Land

Silke Brandes, Schulleiterin am Lehrter Gymnasium, erhofft sich vom Einsatz des Testverfahrens Hinweise für eine gezieltere und individuelle Förderung der 45 Schülerinnen und Schüler mit Fluchthintergrund, die an der Schule unterrichtet werden: "Die konzipierten Bausteine überzeugen ebenso wie das computerbasierte Verfahren, das die Durchführung und Auswertung erheblich erleichtert und zusätzlich Motivation bei den Schülerinnen und Schülern schafft." Außer dem Gymnasium Lehrte machen drei weitere Schulen aus Stadt und Region Hannover mit: die Oberschule Gehrden, die Robert-Koch-Realschule Langenhagen und die Leonore-Goldschmidt-Schule (IGS Mühlenberg).

Pilotphase bis zum Herbst

"Die Schulen haben Enormes geleistet, als sie in den vergangenen zwei Jahren viele Tausende Kinder und Jugendliche mit Fluchtgeschichte aufgenommen haben", betonte SPD-Politikerin Heiligenstadt. Jetzt sei es an der Zeit, genau hinzusehen. In Baden-Württemberg kommt das Verfahren schon flächendeckend zum Einsatz. In Niedersachsen läuft die Testphase bis zum Herbst - sollte sich der Test bewähren, wird er allen Schulen im Land angeboten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Funkbilder | 03.05.2017 | 18:05 Uhr

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