Stand: 23.09.2019 20:28 Uhr

Nach Gewalt: TSV Burgdorf zieht C-Junioren zurück

In Burgdorf (Region Hannover) ist es während eines Fußballspiels der C-Junioren zu einer Schlägerei gekommen. Ein 13-Jähriger wurde schwer verletzt.

Der Gewaltausbruch bei einem Jugendfußballspiel der TSV Burgdorf (Region Hannover) hat Konsequenzen: Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) hat die C-Junioren-Mannschaft der TSV bis zum 21. März vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Auch der Verein wird durchgreifen. "Wir können so nicht einfach weitermachen und werden die Mannschaft zurückziehen", sagte Peter Kehl, Trainer der C-Junioren und gleichzeitig Sozialwart im Verein. Spieler der Mannschaft hatten am Sonnabend einen 13-Jährigen des FC Lehrte durch Schläge und Tritte so schwer verletzt, dass er mit inneren Blutungen in ein Krankenhaus kam. Die Polizei ermittelt nach dem Vorfall.

Polizei ermittelt gegen Fußballer

Die Lehrter Nachwuchsspieler hätten schon zu Spielbeginn das Gefühl gehabt, dass die Burgdorfer sie provozieren - das sagte Marcus Bartscht, Vorsitzender des FC Lehrte, dem NDR. Die Burgdorfer hätten es offenbar auf eine Eskalation angelegt. Nach einem Foulspiel an einem Lehrter, wenige Minuten vor dem Abpfiff, sei die Situation eskaliert. Die 12- bis 14-jährigen Burgdorfer hätten sich auf den 13-jährigen Lehrter gestürzt, ihn zu Boden gerungen und mit den Füßen nach seinem Kopf getreten. Neben der Mannschaft seien auch Zuschauer und Ersatzspieler beteiligt gewesen, sagte Bartscht. Der 13-Jährige sei "ganz schlimm zugerichtet" worden. Er lag am Montag weiter im Krankenhaus, "zur Beobachtung", wie ein Polizeisprecher sagte.

Mannschaft bereits vorher aufgefallen

Die C-Junioren der TSV sind zudem Wiederholungstäter: Ihr vorheriges Heimspiel in der 2. Kreisklasse, am Dienstag vor zwei Wochen gegen den SV Fuhrberg, musste ebenfalls abgebrochen werden. Grund waren laut Sportgericht krass sportwidrige Handlungen. Von Schmähungen, Tätlichkeiten und Verbalattacken ist in der aktuellen Verfügung die Rede. Mehrere Burgdorfer Spieler hätten einen Fuhrberger Spieler zu Boden geprügelt und mit Stollenschuhen auch gegen den Kopf getreten, heißt es.

Vereine sagten Präventionstreffen ab

Darüber hinaus sollen etwa 20 Burgdorfer nach dem Abbruch Akteuren der Gastmannschaft aufgelauert haben. Gegenstände sollen geflogen sein. "Auch zu dieser Partie laufen Ermittlungen", sagte ein Polizeisprecher. Der NFV hatte nach dem Spiel nach eigenen Angaben beiden Vereinen ein Präventionstreffen vorgeschlagen, um den Konflikt zu schlichten. Beide Klubs hätten daran aber nicht teilgenommen.

Sportgericht sieht "kriminelles Gewaltpotenzial"

Nach der erneuten Attacke vom Wochenende ist für das Sportgericht die Lage eindeutig: Die betroffene Mannschaft der TSV Burgdorf sei "offenkundig völlig außer Kontrolle" und habe ein "erschreckendes und geradewegs kriminelles Gewaltpotenzial", heißt es in der einstweiligen Verfügung des Sportgerichts.

TSV will sich Hilfe holen

Aufgeben wollen sowohl die TSV als auch der NFV die Mannschaft nicht. Der Verein wolle die Spieler nicht allein lassen, sagte Trainer Kehl. Er betonte, dass mit den Jugendlichen weiter gearbeitet werden soll. "Wir holen uns dafür sozialtherapeutische Hilfe", kündigte er an. Zu den entsprechenden Stellen der Stadt bestehe schon Kontakt. Auch der NFV bietet Unterstützung an. Die Einladung zu dem Präventionstreffen behalte weiterhin ihre Gültigkeit, hieß es.

Lehrter Vorsitzender fordert lange Sperren

Dem Vorsitzenden des FC Lehrte reichen die erfolgten Maßnahmen nicht aus. Er fordert, dass die beteiligten Burgdorfer Fußballer mindestens über mehrere Jahre gesperrt werden. "Wer bewusst gegen den Kopf tritt, weiß, dass das lebensgefährlich ist", sagte Bartscht dem NDR.

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Hallo Niedersachsen | 23.09.2019 | 19:30 Uhr

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