Stand: 28.03.2019 11:45 Uhr

Ministerium: Wolf soll bis Sonntag getötet sein

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Am Sonntag endet die Frist für die Abschussgenehmigung des Leitwolfs aus dem Rodewalder Rudel. (Themenbild)

Der zum Abschuss freigegebene Leitwolf des Rodewalder Rudels im Landkreis Nienburg lebt noch immer. Vier Tage vor dem Ende der Abschussgenehmigung ist das Umweltministerium weiterhin zuversichtlich, dass der Wolf innerhalb der gesetzten Frist geschossen wird. Das sagte eine Sprecherin auf Anfrage von NDR.de. Zu der Frage, warum ausgerechnet in den verbleibenden vier Tagen das geschehen soll, was in den vergangenen fünf Wochen nicht gelungen ist, wollte sich die Sprecherin nicht äußern. "Das würde das aktuelle Verfahren betreffen", sagte sie.

Frist wurde schon einmal verlängert

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hatte am 22. Februar Beschwerden von Wolfsschützern gegen die Tötung des Tieres zurückgewiesen und den Abschuss endgültig juristisch genehmigt. Nachdem der Wolf mit dem Code "GW717m" in der verbliebenen Frist bis zum 28. Februar nicht getötet werden konnte, verlängerte der für die Ausnahmegenehmigung zuständige Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Frist bis zum 31. März 2019. In der Folge wurde die Jagd auf den Wolf nach Angaben des Umweltministeriums immer wieder von Wolfsschützern behindert. Unter anderem hätten sie zu Nachtwanderungen und Müllsammelaktionen in dem Wolfsrevier aufgerufen, sagte die Ministeriums-Sprecherin. Zuletzt habe es aber keine Störungen gegeben.

Lies: Wolf lehrt Nachkommen sein Jagdverhalten

Der Wolfsrüde soll geschossen werden, weil ihm seit April 2018 mehrere Angriffe auf Rinder nachgewiesen wurden, die vor Wölfen geschützt waren. Nach Angaben des Umweltministeriums sind dem Wolf mehr als 40 Risse von Nutztieren zuzuordnen. In DNA-Proben sei stets seine DNA nachgewiesen worden, hieß es. Laut Umweltminister Olaf Lies (SPD) "ist davon auszugehen, dass der Wolf dieses Verhalten auch an seine Nachkommen weitergibt". Um das zu verhindern und einen größeren Schaden für die Weidewirtschaft abzuwenden, sei es notwendig den Rüden zu töten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.03.2019 | 06:00 Uhr

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