Stand: 17.10.2018 20:59 Uhr

Katastrophenschutz: Neue Warnstufe für mehr Hilfe?

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Landkreistag (NLT) haben einen Vorschlag gemacht, um Alarmierungsabläufe bei Katastrophen wie dem Moorbrand im Emsland zu verbessern. Sie schlagen vor, einen Voralarm in das Katastrophenschutzgesetz einzuführen. "Wenn er gesetzlich geregelt gewesen wäre, hätte beim Moorbrand im Emsland möglicherweise ein Katastrophenvoralarm genügt, um die Vorbereitungen für die Evakuierung einzelner Ortsteile zu koordinieren", sagte NLT-Geschäftsführer Joachim Schwind am Mittwoch in Hannover.

Überregionale Hilfe kann schneller gerufen werden

Bisher können Landräte sich nur Hilfe aus anderen Landesteilen und den Kreisfeuerwehrbereitschaften holen, wenn sie den Katastrophenfall ausrufen. Deutsches Rotes Kreuz und Landkreistag wollen eine zusätzliche Alarmstufe im Katastrophenschutzgesetz verankern. Die soll es ermöglichen Hilfe zu holen, ohne im ganzen Landkreis den Katastrophenfall auszurufen. So könne frühzeitig überregionale Hilfe herbeigerufen werden, ohne dass die mit dem Stichwort "Katastrophenfall" verbundene Signalwirkung entstehe.

Fahrzeuge der Helfer veraltet

Darüber hinaus fordern DRK und Landkreistag mehr Fördermittel vom Land und vom Bund für den Katastrophenschutz. DRK-Landesgeschäftsführer Ralf Selbach sagte, häufig seien die Fahrzeuge älter als die Menschen, die sie bewegen. Außerdem habe das Land Niedersachsen in der Vergangenheit nur rund zwei Millionen Euro im Jahr zur Verfügung gestellt, kein großes Budget bei Spezialfahrzeugen. "Das ist für ein Flächenland wie Niedersachsen, wo die Helfer große Strecken zurücklegen müssen, sehr gefährlich", sagte Selbach. Vom Land fordern Landkreistag und DRK deshalb für Niedersachsen mindestens sechs Millionen Euro jährlich, um den Fuhrpark zu erneuern.

Weitere Informationen

Nach dem Moorbrand: Löschflugzeug für Bundeswehr?

Im Bundestags-Verteidigungsausschuss haben viele Abgeordnete die Bundeswehr kritisiert, die CDU schlug den Kauf eines Löschflugzeugs vor. Neue Erkenntnisse zum Moorbrand gab es nicht. (17.10.2018) mehr

Was Sie zum Moorbrand bei Meppen wissen müssen

Am 3. September ist auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen ein Feuer ausgebrochen. Am 10. Oktober erklärt die Truppe den Brand für gelöscht. Alles Wichtige zum Brand in der Übersicht. mehr

Für den Ernstfall: Der neue Katastrophenschutz

Hochwasser, Terror oder Cyberangriffe: Für solche Ernstfälle gibt es den Katastrophenschutz. Niedersachsen hat nun ein neues Konzept, sechs Millionen Euro wurden 2017 investiert. (20.07.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 17.10.2018 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:52
Hallo Niedersachsen
03:20
Hallo Niedersachsen
04:20
Hallo Niedersachsen