Stand: 17.08.2020 12:07 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

KKH verzeichnet mehr Betrug im Gesundheitswesen

Tabletten fallen aus einer Dose auf Euroscheine. © Fotolia.com Foto: Stefan Redel
Der höchste Schaden wird laut KKH durch Betrugsfälle in Apotheken verursacht. (Themenbild)

Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg bei Abrechnungsbetrügen registriert. Bundesweit wurde 476 Fällen nachgegangen, teilte die Kasse mit Sitz in Hannover am Montag mit, das seien 55 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dazu zählten zum Beispiel gefälschte Rezepte oder nicht erbrachte Leistungen. Besonders viele Fälle ereigneten sich demnach in der Pflege. Laut KKH entfielen mit 210 fast 50 Prozent der Fälle auf ambulante Pflegedienste. Es folgten Krankengymnasten und Physiotherapeuten (82), Ärzte (42), Apotheken (25) und Zahnärzte (23). "Dass zunehmend mehr Pflegedienste im Fokus unserer Ermittlungsarbeit stehen, liegt vor allem daran, dass der Medizinische Dienst der Krankenversicherung seit einiger Zeit jährliche Abrechnungsprüfungen durchführt", sagte die leitende KKH-Ermittlerin Dina Michels. Mit 43 Hinweisen auf Betrugsfälle belegt Niedersachsen im Bundesland-Vergleich Platz vier, an erster Stelle war mit 158 Hinweisen war Nordrhein-Westfalen. Bei den Betrügern handle es sich in allen Branchen um einige wenige, die aber hohe Schäden verursachten, hieß es. Der höchste Schaden wurde den Angaben zufolge durch Betrugsfälle in Apotheken verursacht - zum Beispiel, indem Kunden dort statt der verschriebenen teuren Medikamente günstigere Präparate erhielten. Die AOK Niedersachsen ging in den Jahren 2018 und 2019 nach eigenen Angaben insgesamt 1.623 neuen Fällen nach. Auch hier entfiel gut die Hälfte auf den Bereich Pflege (816) - gefolgt von Betrug mit Arznei- und Verbandsmitteln (185) und Fehlverhalten von Versicherten (147).

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