Stand: 27.03.2019 15:18 Uhr

Wichtigstes Bauteil der Industrie: Der Mensch

Mensch und Roboter sollen in der Fabrik der Zukunft enge Partner sein.

Nach dem überraschenden Aus für die Cebit Ende 2018 ist die Hannover Messe nun mit Abstand die Veranstaltung mit der größten Strahlkraft auf dem Messegelände. In der ersten Aprilwoche läuft die weltgrößte Industrieschau unter dem Leitthema "Industrial Intelligence". Industrielle Intelligenz, das ist Vernetzung, Digitalisierung, das sind lernende Maschinen. In der Industriewelt von morgen, die in vielen Bereichen schon die von heute ist, ändert sich die Rolle des Menschen. Er stehe aber, so betonen die Veranstalter der Messe, immer noch im Zentrum. Der Mensch sei es, der in der Fabrik der Zukunft die entscheidenden Impulse gebe.

Die Revolution ist in vollem Gange

Dennoch ist nichts weniger als eine Revolution im Gange. Stichwort Künstliche Intelligenz (KI): "In Zukunft steuern KI-Technologien vernetzte Produktionsanlagen und verbessern die Systeme fortlaufend", sagt Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG. "So steigen die Qualitätsstandards. Herstellungsprozesse werden flexibler und kosteneffizienter."

"Das gibt es weltweit kein zweites Mal"

Dass Künstliche Intelligenz, lernende Maschinen und vernetzte Systeme im Vordergrund stehen, macht deutlich, dass große Bestandteile der Computermesse Cebit in die Hannover Messe integriert worden sind. Weitreichende thematische Überschneidungen der beiden Veranstaltungen hatten in der Vergangenheit ein Problem dargestellt - die Abschaffung der Cebit war im Hinblick auf den Siegeszug der Digitalisierung in allen Branchen insofern nur folgerichtig. Die Hannover Messe sei international führend auf ihrem Fachgebiet, betont Köckler: Es würden "mehr als 100 konkrete Anwendungsbeispiele für Machine Learning gezeigt", so der Messechef, "das gibt es weltweit kein zweites Mal."

Maschinen geben ihr Wissen an andere Maschinen weiter

Roboter, die Aufgaben selbstständig lösen und ihr Wissen an andere Maschinen weitergeben. Systeme, die ständig weiter dazulernen. Und das ohne jede menschliche Schwäche. Die rasant fortschreitende technologische Entwicklung scheint den Menschen dann doch beinahe überflüssig zu machen - es verwundert daher nicht, dass immer wieder bekräftigt wird, dass der Mensch unverzichtbar sei und bleibe. "Verantwortungsbewusstsein, Kreativität und Führung - mit diesen Eigenschaften wird der Mensch in Zukunft weiterhin die wichtigste Rolle in der Industrie spielen", so Köckler.

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Kongresse zur Industrie der Zukunft

Auf dem Kongress "Future of Work in Industry" am 3. April soll es genau darum gehen: die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine und wie diese konkret aussehen kann und sollte. Rund 300 Experten diskutieren über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeit - Führungskräfte und andere Fachleute aus der Branche ebenso wie etwa Philosoph Richard David Precht.

Am 2. April gibt es auf der Messe zudem erstmals den "Industrial Pioneers Summit". Auf diesem Kongress soll es ebenfalls um die großen Themen der Industrie gehen: Digitalisierung und KI, Mensch und Maschine, Plattformökonomie. Und es soll ein Papier dabei herauskommen: Vertreter aus Industrie, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft wollen gemeinsam eine "Vision für das Jahr 2025" formulieren.

5G-Mobilfunkstandard: Industrie wartet sehnsüchtig

Industrie 4.0 braucht 5G. Der Mobilfunkstandard, der 2020 kommen soll, nimmt deshalb einen zentralen Platz auf der Hannover Messe ein. In Halle 16 wird eine "5G-Arena" errichtet, eine Art Testgelände, auf dem erste Anwendungen vorgeführt werden. "5G wird die Industrie in die Lage versetzen, das ganze Potenzial von Industrie 4.0 zu heben", sagt Messechef Köckler. Das maschinelle Lernen in der Produktion oder auch das autonome Fahren würden dadurch erst reif für die Anwendung.

Mobilität mit Fokus auf Leichtbau

Die Mobilität bezeichnen die Messe-Veranstalter als "beherrschenden Megatrend", der unser Leben prägt. Neben der Bedeutung von 5G für selbstfahrende Autos geht es auf der Hannover Messe vor allem um Elektromobilität sowie Leichtbau-Lösungen. Am 2. April veranstaltet die Bundesregierung auf der Messe ihren ersten Leichtbau-Gipfel. Hauptabnehmer von Leichtbau-Teilen sei die Automobilbranche, doch auch für andere Produkte bringe Leichtbau Vorteile etwa im Hinblick auf Belastbarkeit, Effizienz und Ressourcenverbrauch, heißt es von der Deutschen Messe AG.

Die Hannover Messe 2019 mit rund 6.500 Ausstellern aus 75 Ländern beginnt am Montag und endet am Freitag, 5. April. Sie ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Tickets kosten zwischen 31 und 84 Euro, ermäßigte Karten gibt es günstiger. Partnerland der Messe ist in diesem Jahr Schweden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.04.2019 | 09:00 Uhr

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