Stand: 08.11.2019 19:01 Uhr

Hannover: Menschen bilden Ring gegen Judenhass

Bild vergrößern
Die Teilnehmer setzten mit Kerzen in der Hand ein Zeichen gegen Antisemitismus.

In Hannover haben am Freitag rund 350 Bürger mit einem "Ring der Solidarität" vor den Synagogen der Stadt ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt. Den Auftakt machten rund 100 Menschen vor dem Jüdischen Zentrum "Chabad Lubawitsch". Mit Kerzen in der Hand demonstrierten die Teilnehmer nach dem Synagogen-Anschlag in Halle für Frieden und Toleranz. Am frühen Abend gab es weitere Menschenketten vor zwei anderen Gotteshäusern der jüdischen Gemeinden. Zu den Aktionen hatte der Rat der Religionen aufgerufen.

Menschen stehen zusammen auf einem Platz, sie halten brennende Kerzen in den Händen.

Hannoveraner setzen Zeichen gegen Antisemitismus

Hallo Niedersachsen -

Mit einem "Ring der Solidarität" vor Synagogen in Hannover haben Bürger gegen Judenfeindlichkeit demonstriert. NDR Reporterin Nadja Babalola berichtet vom Abschluss-Gottesdienst.

4,11 bei 9 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Jüdische Gemeinden danken

Das "Gift des Antisemitismus" dürfe sich nicht weiter ausbreiten wie ein tödlicher Infekt, sagte die evangelische Regionalbischöfin Petra Bahr zum Abschluss der Aktion vor der Liberalen Jüdischen Gemeinde. "Wir brauchen Widerstand gegen die, die das Zusammenleben der Vielen, der Unterschiedlichen, der Freien und Gleichen nicht ertragen." Die jüdischen Gemeinden zeigten sich dankbar für die Unterstützung. "Das ist für uns ein sichtbares Zeichen großer Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft", sagte Ingrid Wettberg.

Pastor warnt vor Radikalisierung

Der evangelische Pastor Stephan Vasel warnte vor einer zunehmenden Verrohung und Radikalisierung in der Gesellschaft. "Wir wollen in einem Land leben, dass religiöse und kulturelle Vielfalt aushält und als Bereicherung erfährt", sagte er. Der Anschlag in Halle habe viele Menschen wachgerüttelt, betonte Vasel. Die Aktion solle ausdrücken: "Wir schützen euch!"

Erinnerung an Reichspogromnacht

Bei dem Anschlag am 9. Oktober hatte ein Rechtsextremist zwei Menschen erschossen, nachdem es ihm nicht gelungen war, in die abgeschlossene Synagoge einzudringen. Der "Ring der Solidarität" fand kurz vor Beginn der traditionellen jüdischen Gottesdienste am Vorabend des Schabbat statt. An diesem Freitag standen die Gebete zudem im Zeichen des Gedenkens an die Reichspogromnacht am 9. November 1938. Damals waren in ganz Deutschland mehr als Tausend Synagogen zerstört und zahlreiche Juden getötet worden.

Weitere Informationen

Hunderte Menschen bei Mahnwache in Hannover

In mehreren Städten Niedersachsens hat es am Donnerstag Mahnwachen und Solidaritätsaktionen gegeben. In Hannover erinnerten mehrere Hundert Menschen an die antisemitische Bluttat in Halle. (11.10.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 08.11.2019 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

08:02
Hallo Niedersachsen
00:53
Hallo Niedersachsen
05:12
Hallo Niedersachsen