Hameln: Lange Wege für Rollstuhlfahrer nach Toiletten-Abriss

Stand: 22.11.2021 16:23 Uhr

In Hameln schlägt der Beirat für Menschen mit Behinderungen Alarm. Der Grund: In der Altstadt ist die am zentralsten gelegene barrierefreie Toilette abgerissen worden.

"Das ist ein großes Problem für Menschen mit Behinderungen, wenn man mal einen Kaffee trinken gehen will oder abends mal ausgeht", sagt Constantin Grosch vom Forum Inklusion im Gespräch mit dem NDR in Niedersachsen. Wenn eine Person im Rollstuhl eine Toilette braucht, muss sie mehrere Hundert Meter bis an den Rand der Innenstadt fahren und dabei auch noch einen Fußgängertunnel durchqueren. "Diese Wege würde man Menschen ohne Behinderung niemals zumuten", beklagt Nina Schaper, Vorsitzende des Beirats für Menschen mit Behinderungen des Landkreises.

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Hameln hat viele denkmalgeschützte Häuser. Dass Café-Betreibende es schwer haben, Behinderten-Toiletten einzubauen, kann Grosch nachvollziehen. Aber, betont er, wenn neu gebaut oder saniert werde, sei zum Beispiel ein ebenerdiger Zugang vorgeschrieben. Diese Vorgabe werde aber nicht immer beachtet.

Stadt kündigt Unterstützung an

Die Stadt Hameln bedauert auf Anfrage des NDR die gegenwärtige Situation, bestätigt jedoch, dass ein Neubau eines Behinderten-WC derzeit nicht geplant sei. Man bemühe sich aber, bei Neubauten die geforderte Barrierefreiheit umzusetzen, heißt es. Die Denkmalbehörde entscheide allerdings in jedem Einzelfall, ob der Mehraufwand angemessen oder unverhältnismäßig sei. Die Stadt werde jedenfalls jede Privatinitiative von Hauseigentümerinnen und -eigentümern durch Städtebaufördermittel finanziell unterstützen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 22.11.2021 | 15:00 Uhr

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