Stand: 21.04.2018 11:02 Uhr

Großbaustelle Hauptbahnhof: Erste Brücke kommt weg

Er ist einer der meist frequentierten Bahnhöfe Deutschlands: der Hauptbahnhof in Hannover. Rund 250.000 Fahrgäste nutzen täglich einen der 750 Züge des Nah-, Fern- und S-Bahn-Verkehrs. Bald wird der Verkehrsknotenpunkt wieder einmal zur Großbaustelle: Einzelne Brücken und alle Bahnsteigdächer müssen modernisiert werden. Auch die Fußgängerzone im Gebäude wird saniert. Die geschätzten Kosten liegen bei 160 Millionen Euro. Weil der Bahnhof und die Bahnstrecken während der jahrelangen Sanierung nicht einfach komplett gesperrt werden können, erfolgen die Arbeiten in Teilabschnitten während des laufenden Betriebs. Die Bahn schätzt deshalb, dass es rund 13 Jahre dauern könnte, bis alles fertig ist. Der erste massive Schritt: Die Bahnbrücke über der Königstraße, mitten in der Innenstadt, muss komplett erneuert werden.

Vorbereitungen in vollem Gang

Diese erste Eisenbahnbrücke soll bis Ende 2019 abgerissen und neu gebaut werden - weitestgehend im laufenden Betrieb. Erste kleinere Vorbereitungsarbeiten haben bereits Anfang April begonnen, richtig los geht es Anfang Juni: Dann wird die Unterführung der Brücke für den gesamten Straßenverkehr gesperrt (siehe unten). In drei Zeiträumen ab Oktober gibt es zwischenzeitlich auch im Bahnverkehr starke Einschränkungen (siehe unten). Ende 2019 soll die Brücke fertig sein und die Sperrung wieder aufgehoben werden - wenn der Zeitplan eingehalten wird.

Wann müssen Sie wo mit welchen Beeinträchtigungen rechnen?

NDR.de hat die Bauphasen mit allen Einschränkungen und Umleitungen zusammengefasst:

Weitere Informationen

Nächster Halt: Großbaustelle Hannover

Die Arbeiten sollen voraussichtlich 13 Jahre dauern: Der Hauptbahnhof Hannover wird zur Großbaustelle - wieder einmal. Ein Blick in die Geschichte des Gebäudes und in seine Zukunft. (20.01.2017) mehr

Bis 31. Mai 2018 - Vorarbeiten auf der Brücke

Bis Ende Mai werden erst einmal Vorarbeiten auf der Brücke über der Königstraße durchgeführt. Das Geländer wird abgebaut, eine Kabelbrücke aufgebaut. Der Verkehr unterhalb der Brücke ist davon noch nicht betroffen. Aber es kann laut und staubig werden - das lässt sich laut Bahn auch trotz modernster Arbeitsgeräte nicht vermeiden.

Juni 2018 bis Ende 2019 - Sperrung der Königstraße

Ab dem 1. Juni ist die Königstraße zwischen Joachim- und Augustenstraße voll gesperrt - das gilt für den gesamten Kfz-Verkehr, Radfahrer und Fußgänger. Die Brückenunterführung kann dann zwar nicht mehr passiert werden, die übrige Königstraße und alle Zufahrtstraßen werden aber nicht gesperrt. So bleiben alle Ziele im Quartier rund um die Königstraße erreichbar.

Juni 2018 bis Ende 2019 - Umleitung für Autofahrer

Der Durchgangsverkehr wird über die Berliner Allee, den Schiffgraben und die Lavesstraße umgeleitet. Der Thielenplatz wird zwar zum Teil für die Baustelle genutzt, bleibt aber befahrbar. Die einzige Einschränkung: Der Geradeaus-Fahrstreifen ist ebenfalls gesperrt, Fahrer müssen den Linksabbiegerstreifen dafür mit nutzen.

Karte: Umleitungskonzept Königstraße

Für den sogenannten quartiersbezogenen Verkehr - also Autofahrer, die ein Ziel rund um die Königstraße ansteuern - gibt es auch einige Veränderungen. Die bestehende Einbahnstraßenregelung der Augustenstraße wird umgekehrt: Auf der Königstraße aus Richtung Berliner Allee kommend können Autofahrer dann vor der Sperrung rechts in Richtung Hauptbahnhof abbiegen. Außerdem wird die Einbahnstraßenregelung der Hinüberstraße zwischen Ferdinand- und Königstraße umgekehrt. Wichtig ist: alle Geschäfte, Restaurants und Wohnhäuser rund um die Königstraße bleiben die ganze Zeit erreichbar.

Außerdem werden die Schaltphasen von insgesamt acht Ampelanlagen an die verlagerten Verkehrsströme angepasst. Dabei werden auch die Bevorrechtigungen für Busse berücksichtigt - insofern das möglich ist. Für Autofahrer könnte es so vor allem rund um den Schiffgraben zu längeren Wartezeiten kommen.

Juni 2018 bis Ende 2019 - Umleitung des ÖPNV

Die Buslinien 100/200, 128 und 134 der Üstra befahren die Königstraße im Abschnitt Berliner Allee bis zur Sperrung gar nicht mehr und werden vom 1. Juni 2018 an umgeleitet:

  • Die Linie 100/200 fährt statt über die Königstraße über die Berliner Allee, den Schiffgraben und die Lavesstraße.
  • Die Linie 128 wird über die Berliner Allee und die Fernroder Straße umgeleitet. Der Thielenplatz wird von der Linie nicht mehr angefahren.
  • Die Linie 134 fährt im entsprechenden Zeitraum nicht über Emmichplatz und Königstraße, sondern direkt auf den Schiffgraben und dann über die Lavesstraße.
  • Busse der Linie 121 werden nicht umgeleitet und fahren weiterhin über den Thielenplatz.

Juni 2018 bis Ende 2019 - Ersatzhaltestellen des ÖPNV

Im Zuge der Umleitungen wird die Bushaltestelle "Königstraße" nicht mehr angefahren. Als Ersatz werden vier neue barrierefreie Haltestellen gebaut.

  • An der Ecke Königstraße/Berliner Allee halten künftig die Busse der Linie 100/200. Die Haltestellen sind etwa 250 Meter von der Haltestelle "Königstraße" entfernt.
  • Die Linie 128 hält ab 1. Juni an der Fernroder Straße in Höhe des Landgerichts. Diese Haltestellen sind etwa 450 Meter von der Haltestelle "Königstraße" entfernt.
  • Die Haltestelle "Thielenplatz/Schauspielhaus" kann wegen der Baustelle nicht direkt angefahren werden. Die Linien 100/200 und 134 halten im Zeitraum der Sperrung deshalb etwa 100 Meter weiter östlich an der Lavesstraße, neben der Haltestelle der Linie 121.
  • Busse der Linie 134 halten während der Sperrung nicht an der Haltestelle "Emmichplatz/Musikhochschule". Die nächstgelegene Haltestelle ist in etwa 200 Metern Entfernung die Haltestelle "Hindenburgstraße".

Karte: Geänderte Buslinienführung

Juni 2018 bis Ende 2019 - Umleitung für Fahrradfahrer

Der Fahrradverkehr wird über die Fernroder Straße und den Schiffgraben umgeleitet. Als Verbindung zwischen den beiden Straßen wird eine Umleitungsstrecke über die Hinüberstraße eingerichtet. Um für mehr Sicherheit zu sorgen, wird die Geschwindigkeit im Tunnel Fernroder Straße Tempo 30 beschränkt.

Zudem werden an der Ecke Joachimstraße/Ernst-August-Platz, am Thielenplatz, an der Ecke Königstraße/Augustenstraße, Ecke Königstraße/Hinüberstraße, am Platz der Kaufleute und an der Ecke Königstraße/Emmichplatz Informationsstelen zur Radverkehrsumleitung aufgestellt.

Juni 2018 bis Ende 2019 - Umleitung für Fußgänger

Fußgänger werden ebenfalls über die Fernroder Straße, die Hinüberstraße und den Schiffgraben umgeleitet. Auch für Fußgänger wird es Informationsstelen zur Umleitung geben, und zwar an der Ecke Joachimstraße/Ernst-August-Platz, am Thielenplatz, an der Ecke Königstraße/Augustenstraße und an der Königstraße/Hinüberstraße.

Für Fußgänger, die im Bereich des Thielenplatzes die Königstraße queren wollen, wird ein Gehweg direkt am Bauzaun entlang eingerichtet - Umwege oder das Wechseln der Straßenseite werden so vermieden.

Oktober 2018 - Einschränkungen im Bahnverkehr

Vom 1. bis zum 15. Oktober 2018 wird das alte Gewölbe der Brücke abgerissen - nach und nach werden dafür 16 Hilfsbrücken eingebaut. Während dieser Zeit kommt es zu Einschränkungen im Bahnverkehr.

Bis auf eines werden alle Gleise im Bereich des Hauptbahnhofs gesperrt. Nur das nördlichste Gleis bleibt frei befahrbar. Über dieses Gleis werden mehrere Zugstrecken geleitet:

  • Die ICE-Züge auf der Strecke zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet
  • Die Westfalenbahn zwischen Braunschweig und Rheine
  • Der "enno" zwischen Hannover und Wolfsburg
  • S-Bahn-Shuttle: Der Sonderzug soll Wunstorf, Hannover Hauptbahnhof und Lehrte miteinander verbinden.

In Wunstorf und Lehrte sollen Fahrgäste in andere Züge umsteigen können, die den Hauptbahnhof während der Sperrung nicht ansteuern oder die Innenstadt Hannovers umfahren. Auch der Bahnhof Messe/Laatzen soll als Alternative zum Hauptbahnhof genutzt werden. Genauere Infos zu Abfahrtzeiten und Umleitungen gibt es derzeit noch nicht. Ein entsprechender Ersatzfahrplan für diesen Zeitraum mit allen Änderungen wird zu gegebener Zeit von der Bahn veröffentlicht. Nach dem Einbau der Hilfsbrücken - also ab dem 16. Oktober - sind alle Gleise wieder passierbar.

April 2019 - Einschränkungen im Bahnverkehr

Vom 6. bis zum 15. April 2019 wird der erste Teil der neuen Brücke in die Lücke geschoben. Während dieser Zeit müssen sich Bahnreisende auf dieselben Einschränkungen wie bereits im Oktober 2018 einstellen.

Nach dem Einschub werden die Gleise 4 bis 14 auf der neuen Brücke wieder in Betrieb genommen. Die S-Bahn-Gleise 1 und 2 werden nach dem 15. April ebenfalls wieder freigegeben, aber weiterhin über Hilfsbrücken geführt. Das Gleis 3 bleibt auch nach dieser Bauphase gesperrt. Der Metronom zwischen Hannover und Göttingen (RE 2/"Leinetal-Takt") wird über ein anderes Gleis umgeleitet.

Ein entsprechender Ersatzfahrplan für diesen Zeitraum mit allen Änderungen wird zu gegebener Zeit von der Bahn veröffentlicht.

Juli 2019 - Einschränkungen im Bahnverkehr

Das zweite fertige Brückenteil soll vom 23. bis zum 29. Juli in die Lücke geschoben werden. Dafür werden die Gleise 1 und 2 gesperrt, die Hilfsbrücken ausgebaut und die S-Bahn-Züge umgeleitet. Nach dem Einschub der neuen Brücke können die Gleise darauf wieder in Betrieb genommen werden.

Ein entsprechender Ersatzfahrplan für diesen Zeitraum mit allen Änderungen wird zu gegebener Zeit von der Bahn veröffentlicht.

Juli 2019 bis Mitte Oktober 2019 - Gleis 3 gesperrt

Weil zwischen den beiden Brückenteilen zunächst eine Fuge offen bleibt, kann das Gleis 3 (Metronom Hannover - Göttingen) weiterhin nicht genutzt werden. Der Zug wird über andere Gleise umgeleitet. Voraussichtlich Mitte Oktober soll die Fuge geschlossen sein - dann wird die Brücke für alle Gleise wieder freigegeben.

Großer Bahnhof - Bilder von damals und heute

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 12.04.2018 | 18:00 Uhr

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