Stand: 05.03.2019 09:25 Uhr

Ernst August junior behält Marienburg - vorerst

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Erbprinz Ernst August will die Marienburg nun in eine Stiftung überführen.

Vorerst bleibt die Marienburg bei Pattensen (Region Hannover) im Besitz der Welfen. Ernst August Prinz von Hannover junior erklärte am Montag, so lange Eigentümer des Schlosses bleiben zu wollen, bis ein für alle Parteien rechtssicherer und gangbarer Weg gefunden sei. "Ziel ist, Schloss und Inventar so bald wie möglich in eine gemeinnützige Stiftung zu überführen", so der Erbprinz in der schriftlichen Stellungnahme, die NDR 1 Niedersachsen vorliegt. Dazu soll es weitere Gespräche mit der Landesregierung geben. Der 35-Jährige hatte Ende November mit dem Land ausgemacht, dass eine Tochter der Klosterkammer die einstige Sommerresidenz der Welfen für einen symbolischen Euro übernimmt. Doch sein Vater, Ernst August Prinz von Hannover senior, ließ seine Anwälte dagegen vorgehen. Seitdem liegt der Deal zwischen Ernst August junior und der Landesregierung auf Eis.

Die Marienburg.

Marienburg: Ernst August jr. bleibt Eigentümer

Hallo Niedersachsen -

Die Marienburg bei Pattensen bleibt vorerst im Besitz der Welfen. Ernst August junior verzichtet auf den Verkauf des Welfenschlosses. Hintergrund ist ein Familienstreit.

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Land und Bund wollen 27,2 Millionen für Sanierung geben

Nach einem Rechtsgutachten der Landesregierung, das Niedersachsens Wissenschafts- und Kulturminister Björn Thümler (CDU) am Montag im entsprechenden Ausschuss vorstellte, ist Erbprinz Ernst August von Hannover der rechtmäßige Besitzer der Marienburg. Deshalb könne er auch entscheiden, was mit dem Schloss passiere - sagte Thümler. An der Stiftung solle das Land beteiligt sein. Wichtig sei für ihn, dass das Schloss für Besucher zugänglich bleibe, so Thümler. Außerdem soll die Marienburg saniert werden. Jeweils 13,6 Millionen Euro wollen Land und Bund dafür bereitstellen - das entspricht dem Sanierungsbedarf des maroden Schlosses.

Erbprinz will Schloss und Arbeitsplätze sichern

In dem Schreiben geht Ernst August junior auch auf den Streit mit seinem Vater ein. Aus seiner Sicht entbehrten dessen Einwände jeder Grundlage. Der Erbprinz zeigte sich zuversichtlich, dass es bald eine Lösung gibt und die Marienburg sowie ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben können. Das ganze Wochenende über hatte er mit dem Land über die weitere Zukunft des Schlosses verhandelt.

Vater wirft Sohn groben Undank vor

Ernst August senior hatte in dem Schreiben seiner Anwälte mitteilen lassen, dass sein treuloser Sohn kein Recht habe, das Schloss und seine Schätze zu veräußern. Der Junior sei auch gar nicht der wahre Eigentümer. Durch groben Undank, etwa eine nicht standesgemäße Heirat, habe Ernst August junior die Schenkung verwirkt, so der Vater. Eigene Vorschläge zur Rettung des baufälligen Schlosses machte er nicht. Die Zeit aber drängt - der Putz bröckelt, und auch die Statik hat man kritisch im Blick.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.03.2019 | 08:00 Uhr

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