Stand: 07.07.2020 13:34 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Ein Viertel weniger Landesbeschäftigte bis 2028

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Die Polizei arbeitet laut Gewerkschaft schon am Personal-Limit. (Themenbild)

Die niedersächsische Landesverwaltung steht in den kommenden Jahren vor einer "enormen Herausforderung", wie Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Dienstag sagte. Bis zum Jahr 2028 scheidet jeder vierte Beschäftigte aus Altersgründen aus, in der Landespolizei sind es sogar 40 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Personalbericht hervor, den der Minister in Hannover vorstellte. Wegen des Kostendrucks werde bereits heute bei jeder Wiederbesetzung geprüft, ob eine entsprechende Aufgabe noch gemacht werden müsse und ob es nicht auch mit weniger Personal gehe.

Jetzt sparen - später zu wenig Personal bei der Polizei?

Zusätzliches Personal habe es in den vergangenen Jahren im Wesentlichen nur bei der Polizei gegeben. "Das ist einfach das Tagesgeschäft", sagte Pistorius. Gleichzeitig will sich das Land als Arbeitgeber attraktiver präsentieren, um Nachwuchs und Fachkräfte für die Verwaltung zu gewinnen. Die Gewerkschaft der Polizei forderte die rot-schwarze Landesregierung auf, die Einstellungszahlen nicht zu reduzieren, sondern weiter aufzustocken. Schon heute arbeite die Polizei am Limit, sagte Landeschef Dietmar Schilff. "Es ist niemandem geholfen, wenn jetzt sehenden Auges das Ziel verfolgt wird, kurzfristig Einsparungen zu erwirtschaften, und in fünf Jahren festgestellt wird, dass zu wenig Personal zur Verfügung steht."

Durchschnittsalter sinkt um ein Jahr

Mit knapp 244.000 Beschäftigten ist das Land laut Pistorius der größte Arbeitgeber Niedersachsens. Rund 208.000 von ihnen zählen zum Stammpersonal. Mehr als jeder Dritte davon arbeitete im Jahr 2018 in Teilzeit. Überwiegend machten Frauen mit 82 Prozent von dieser Möglichkeit Gebrauch. Das Durchschnittsalter lag bei etwa 45 Jahren. Für Innenminister Pistorius ist das ein Fortschritt im Prozess der Verjüngung, denn im Jahr 2013 lag das Durchschnittsalter noch bei 46 Jahren.

Pistorius: Jeder Krankentag ist einer zuviel

Der Krankenstand im Jahr 2019 wurde mit durchschnittlich 15,65 Tagen im Jahr angegeben. Das sei kein ungewöhnlich hoher Wert, hieß es. Besonders, weil im Unterschied zu den Angaben der Krankenkassen zur Privatwirtschaft die Krankmeldungen vom ersten Tag an gezählt worden seien. Am Ende sei aber jeder Krankentag einer zu viel, sagte Pistorius. Das habe auch mit der Altersstruktur zu tun.

Lehrer nicht häufiger krank als andere Berufstätige

Erstmals wurden auch die Fehltage von Lehrern und anderen Schulbeschäftigten in der Statistik berücksichtigt. Der Durchschnittswert blieb allerdings unverändert. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) wertete das als Beleg dafür, dass die "landläufige Behauptung, Beamte und insbesondere Lehrkräfte seien häufiger krank als andere Berufstätige", falsch sei.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.07.2020 | 14:00 Uhr

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