Stand: 08.06.2018 16:02 Uhr

Ehefrau totgeschlagen: Lebenslang für 32-Jährigen

Ein 32-jähriger Mann aus Grünenplan im Landkreis Holzminden ist für den Mord an seiner Ehefrau zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Hildesheim stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld fest und folgte damit der Forderung der Staatsanwaltschaft. Damit ist ausgeschlossen, dass der Mann nach 15 Jahren vorzeitig entlassen wird. Die Kammer am Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Mann Anfang des Jahres seine Ehefrau vor den Augen der drei gemeinsamen Kinder so schwer misshandelte, dass sie elf Tage später in einem Krankenhaus an den Folgen starb. Von einer "außerordentlich brutalen und unbarmherzigen Tat", sprach der Vorsitzende Richter Peter Peschka.

Vater äußerte Tötungsabsicht schon früher

Der 32-Jährige, seine Frau und seine drei Töchter im Alter von vier, sieben und neun Jahren lebten seit Anfang 2016 in Grünenplan. Die afghanische Familie hatte zuvor im Iran gelebt. Bevor es am 3. Januar 2018 zu dem Gewaltexzess kam, war die Polizei bereits zweimal wegen häuslicher Gewalt in die Wohnung der Familie gerufen worden. Im Herbst 2017 eröffnete die Frau ihrem Mann in einer Beratungsstelle, dass sie sich von ihm trennen wollte. Laut Deutscher Presse Agentur sagte der 32-Jährige daraufhin zu einem Dolmetscher: "Schade, dass wir nicht in Afghanistan sind, da würde ich sie umbringen."

Töchter mussten Gewaltexzess mit ansehen

Nach Ansicht der Strafkammer war der Auslöser für den Mord ein Streit des Familienvaters mit dem Vermieter über Geld. "Er sah sich an den Rand gedrückt und stand vor den Trümmern seiner Existenz, ohne feste Bleibe", sagte Peschka. Rasend vor Wut brach der 32-Jährige die Wohnungstür auf und schlug seine Frau nieder. Immer wieder trat er ihr vor den Augen seiner Töchter auf den Kopf, Hals und ins Gesicht. Auch als der Vermieter hinzu eilte, ließ der Mann nicht von seinem Opfer ab. Die Frau erlitt unter anderem Rippenbrüche, einen Leberriss und starke Gehirnschädigungen wegen Sauerstoffmangels. Weil die Kinder den Gewaltausbruch miterleben mussten und vom Vater davon abgehalten wurden, Hilfe zu holen, stellte das Landgericht eine besondere Schwere der Schuld fest.

Der Mann hatte zu Prozessauftakt die Tat gestanden, eine Tötungsabsicht aber bestritten. Er habe die Kontrolle verloren, sagte er. Die Mädchen, die im Prozess als Nebenkläger von Anwälten vertreten wurden, sind inzwischen in einer Pflegefamilie untergebracht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 08.06.2018 | 14:30 Uhr

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