Stand: 23.10.2019 15:26 Uhr

Bundespolizist aus Hannover verliert Beamtenstatus

Dem strafrechtlich verurteilten Bundespolizisten Torsten S. wird sein Beamtenstatus aberkannt. Das hat das Verwaltungsgericht Hannover am Mittwoch entschieden. Dem seit Mai 2015 freigestellten Beamten werden zahlreiche Dienstvergehen vorgeworfen. Diese sah das Gericht als schwerwiegend genug an, um das Vertrauensverhältnis zum Dienstherren als nachhaltig zerstört zu werten.

Lange Liste an Vergehen

Der 44-Jährige soll unter anderem unerlaubte Waffen und Munition sowie kinder- und jugendpornografische Schriften besessen haben. Das Gericht sprach von "härtesten Dateien auf denen schwerer Missbrauch unter anderem von Kleinkindern" zu sehen sei. Das Amtsgericht Hannover hatte den Mann deshalb bereits im Jahr 2016 zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Später erhielt er noch einen Strafbefehl, weil er eine Minderjährige belästigt hatte. Der Bundespolizist soll zudem herabwürdigende Bilder von festgenommenen Personen an Kollegen geschickt und Auszubildende erniedrigend behandelt haben. Das Vertrauen in die Rechtschaffenheit des Polizeibeamten Torsten S. sei zerstört, betonte die Kammer: "Das kann man nicht dulden, das darf man nicht dulden. Wer sich so verhält, ist des Status eines Polizeibeamten nicht würdig."

Anwalt rechtfertigt Verhalten des Beschuldigten

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Der angeklagte Bundespolizist erschien nicht zur Urteilsverkündung. (Archivbild)

Bei der Entscheidung des Gerichts war der Beschuldigte selbst nicht anwesend, sein Anwalt verteidigte jedoch das Verhalten. Sein Mandant könne sich an vieles nicht erinnern, anderes sei unter Kollegen der Bundespolizei einfach üblich, sagte er. Der Vertreter des Dienstherren dagegen bezeichnete das Verhalten des Polizeiobermeisters als inakzeptabel und untragbar. Der Mann habe auf fast allen Feldern der Dienstvorschriften Verstöße begangen. Nach der Aberkennung des Beamtenstatus droht dem 44-Jährige nun auch der Verlust seiner Pensionsansprüche.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 23.10.2019 | 17:00 Uhr

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