Das Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen bei Nacht. Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen auf. © dpa Foto: Julian Stratenschulte

AKW Grohnde: Kritik an Besetzung der Begleitkommission

Stand: 14.06.2021 16:42 Uhr

Ende des Jahres geht das AKW Grohnde nach 37 Jahren vom Netz. Dann beginnt der Rückbau. Damit der nicht zum Streitthema wird, hat der Landkreis Hameln-Pyrmont eine Begleitkommission eingesetzt.

Sie soll etwa die Öffentlichkeit, die sich auch einbringen kann, informieren. Doch die Besetzung der Kommission ist nicht ganz unumstritten. So ist etwa ein Vertreter des Atomkraftwerk-Betreibers PreussenElektra dabei, genauso wie der Bürgermeister von Emmerthal, Kommunalpolitiker, aber auch die Umweltverbände NABU und BUND. Nicht dabei sind jedoch Vertreterinnen oder Vertreter der Anti-AKW-Bürgerinitiativen.

Anti-Atom-Plenum will mitmachen, Landkreis skeptisch

"Dabei kennen wir uns mit den Gefahren der Atomkraft sehr gut aus", sagt Dieter Kölkebeck vom Anti-Atom-Plenum Weserbergland. "Deshalb sollten auch wir in dem Gremium sitzen." Andreas Manz, Dezernent des Landkreises, zeigt sich skeptisch, "weil ich die Befürchtung hätte, dass man alte Gräben wieder aufreißt, ideologische Kämpfe wieder führt, die eigentlich beendet sind." Die Entscheidung sei gefallen. "Grohnde wird am 31. Dezember 2021 abgeschaltet und es geht wirklich nur darum, wie wir diesen Rückbau gestalten könne. Es geht um nichts anderes mehr."

Landkreis: Kommission ein "stumpfes Schwert"

Michael Maxein von den Grünen hätte es begrüßt, wenn auch Anti-Atom-Aktivisten mit dabei wären. Trotzdem sei er froh, dass es das Gremium gibt. Erst vor Kurzem hätten sie sich in dem vor mehr als 20 Jahren stillgelegten Kernkraftwerk Würgassen bei Höxter in Nordrhein-Westfalen darüber informiert, wie ein AKW zurückgebaut wird. Das sei sehr aufschlussreich gewesen. Maxein hoffe, PreussenElektra nutze die Chance, auf die Sorgen der Bürger einzugehen. Landkreis-Dezernent Manz warnt davor, zu viel zu erwarten. Die Begleitkommission sei ein stumpfes Schwert. Sie könne atomrechtlich keinen Einfluss nehmen. Das könne nur das Land Niedersachsen.

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Blick auf die Kühltürme des Kernkraftwerks Grohnde. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 14.06.2021 | 15:00 Uhr

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