Stand: 03.06.2020 09:38 Uhr

737 Max: TUI bekommt Schadenersatz von Boeing

Arbeiter bauen in einem Boeing Werk in den USA eine Boeing 737 Max 8 für die TUI Reisegesellschaft. © dpa-Bildfunk/AP Foto: Ted S. Warren
TUI hat 77 Exemplare des Mittelstreckenjets 737 Max bei Boeing bestellt. (Archivbild)

Der weltgrößte Reisekonzern TUI mit Sitz in Hannover hat sich nach dem Flugverbot für den Mittelstreckenjet 737 Max mit dem US-Flugzeugbauer Boeing auf Schadenersatz geeinigt. Wie das Unternehmen mitteilte, gleicht Boeing über einen Zeitraum von zwei Jahren einen erheblichen Teil des Schadens aus. Außerdem soll TUI bereits bestellte Flugzeuge erst später abnehmen müssen und ein Guthaben für künftige Flugzeugbestellungen bekommen. Eine konkrete Summe wurde nicht genannt.

Flieger seit März 2019 am Boden

TUI hat insgesamt 77 Exemplare der 737 Max bestellt und 16 bereits erhalten, von denen 15 bereits in Betrieb waren. Seit März 2019 stehen sie allerdings am Boden, da seit zwei 737-Max-Abstürzen anderer Airlines mit insgesamt 346 Todesopfern ein weltweites Flugverbot für die Maschinen dieses Typs gilt. Eine Wiederzulassung steht noch immer aus. Seit Januar hat Boeing die Produktion des Jets gestoppt und will sie nun langsam wieder anlaufen lassen.

Dreistelliger Millionenschaden durch Flugverbot

TUI war im vergangenen Geschäftsjahr durch den Ausfall der Boeing-Maschinen ein Schaden von 293 Millionen Euro entstanden. Wegen des Flugverbots und die gestoppten Auslieferungen musste der Konzern im großen Stil teure Ersatzflugzeuge mieten, die zudem teils deutlich mehr Treibstoff verbrauchten. Für das laufende Geschäftsjahr hatte der Vorstand vor der Corona-Krise sogar mit einem noch höheren Schaden gerechnet.

Corona trifft den Konzern hart

Der nun beschlossene Deal erleichtert es dem in der Corona-Krise angeschlagenen Touristikkonzern zudem, seine Flotte zu verkleinern. TUI musste Mitte März nach Reisebeschränkungen und Reisewarnungen fast aller Länder seine Urlaubsangebote, einschließlich Pauschalreisen, Kreuzfahrten und Hotelbetrieb, aussetzen. Die Erholung der Branche dürfte Jahre in Anspruch nehmen. Die Bundesregierung unterstützt TUI deshalb mit einem Überbrückungskredit in Höhe von 1,8 Milliarden Euro. 

Weitere Informationen
Mehrere Flugzeuge des Reisekonzerns TUI stehen auf einem Flughafen. © picture alliance / BELGA /dpa Foto: Eric Lalmand

TUI streicht wegen Corona-Krise 8.000 Stellen

Wegen der Folgen der Corona-Pandemie will der Reisekonzern TUI rund 8.000 Stellen abbauen. Das Unternehmen plant, die Kosten pro Jahr um bis zu 400 Millionen Euro zu reduzieren. mehr

Tui-Flugzeuge am Hannover Flughafen. © dpa Bildfunk Foto: Julian Stratenschule

Corona-Krise: 1,8 Milliarden Kredit für TUI

Der Weg für die Staatshilfe ist frei: Der Reisekonzern TUI erhält zum Überbrücken der Corona-Krise 1,8 Milliarden Euro. Sein komplettes Reiseprogramm ist zur Zeit ausgesetzt. mehr

Eine Boeing 737-800 der Tuifly fährt beim Start an einem Stop-Schild der DFS Deutschen Flugsicherung am Flughafen Hannover vorbei. © dpa - Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Wegen Corona: Kurzarbeit bei TUI bis September

Die TUI-Beschäftigten sollen wegen der schwierigen Geschäftslage durch die Corona-Krise für ein halbes Jahr in Kurzarbeit gehen. Ministerpräsident Weil (SPD) fordert Staatshilfen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.06.2020 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Auf einem Schild wird um Ruhe während der Abiturprüfung gebeten. © dpa Foto: Armin Weigel

Trotz Corona-Pandemie: Tonne hält an Abitur-Terminen fest

Der Zeitplan gelte unabhängig von Szenarien. Laut Kultusminister werde der Stoff an die Pandemie-Bedingungen angepasst. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen