Stand: 24.07.2018 11:58 Uhr

Waldbrandgefahr in Niedersachsen weiter hoch

Die Temperaturen in Niedersachsen sind weiter hoch - die Waldbrandgefahr auch. Insbesondere im östlichen und nordöstlichen Teil des Landes. So zeigt zum Beispiel der Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes für Donnerstag in Nienburg, Celle und Uelzen die höchste Warnstufe 5 an. Für die meisten Orte in Niedersachsen gilt die zweithöchste Stufe 4. Auch im Harz ist die Gefahr hoch - trotz örtlicher Regenschauer. "Aufgrund der Wettervorhersage für die nächsten Tage wird sich die Situation weiter verschärfen", so Nationalpark-Sprecher Friedhart Knolle.

Feuerwehr kontrolliert Wälder mit Flugzeugen

Um mögliche Brände frühzeitig zu erkennen, startete am Mittwoch in Lüneburg ein Flugzeug der Feuerwehr zu ersten Überwachungsflügen. An Bord waren neben dem Piloten auch ein Luftbeobachter und ein Forstamtmitarbeiter. Sechs Stunden flogen sie über die gefährdeten Gebiete Lüchow-Dannenberg, Uelzen, Heidekreis und den Landkreis Harburg. Am Mittwoch gab es allerdings keine größeren Brände. Angefordert hatte die Flüge das Amt für Brand- und Katastrophenschutz der Polizeidirektion Lüneburg. Auch von Hildesheim aus startete am Mittwoch ein Feuerwehrflugzeug seine täglichen Kontrollflüge. Es überfliegt den Großraum Hannover, den Landkreis Nienburg, sowie Teile des Landkreises Celle und des Heidekreises. Die Crew hält dabei Ausschau nach Rauch.

Meldungsrekord bei der Waldbrandzentrale

So stark gefordert wie in diesem Jahr waren auch die Mitarbeiter der Waldbrandzentrale Lüneburg bisher noch nicht: Bis Mittwoch waren es rund 350 Brände, die in diesem Jahr gemeldet wurden. Eine Rekordzahl. In den vergangenen Jahren waren es im Schnitt knapp 130 Feuer während der gesamten Saison. Die dauert in der Regel von Mitte März bis Mitte September. Diesmal aber rechnet man in Lüneburg damit, dass die Zentrale bis Oktober besetzt sein wird.

Kameras haben die gefährdeten Ecken im Blick

Dort laufen Bilder aus insgesamt 20 Überwachungskameras auf, die in den besonders gefährdeten Landkreisen im Nordosten Niedersachsens stationiert sind. Ein computergestütztes System schlägt automatisch Alarm, sobald sich auf den Schwarz-Weiß-Fotos Graustufen verändern. Die Mitarbeiter prüfen dann, ob es sich wirklich um Brände handelt und die entsprechenden Einsatzstellen informiert werden müssen. Die meisten Feuer in diesem Jahr gab es auf Truppenübungsplätzen der Bundeswehr - insgesamt 145. Meistens entstanden sie durch Schießübungen. Diese sowie zahlreiche Brände im Bereich der Landwirtschaft wurden aber alle rechtzeitig gelöscht, bevor sie größere Schäden anrichten konnten.

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Rauchen verboten

Damit erst gar keine Waldbrände entfacht werden, sind derzeit offene Feuer im Wald oder in Waldnähe verboten. Auch Rauchen ist dort bis Ende Oktober nicht erlaubt, teilten die Landesforsten mit. Wegen der extremen Trockenheit reiche schon ein Funkenflug, um einen Brand auszulösen. Ebenso sollten Autos nicht an den Waldeingängen geparkt werden, da die heißen Katalysatoren die vertrockneten Pflanzen entzünden könnten.

Tiere und Moore in Gefahr

Waldbrände haben schwerwiegende Folgen, warnt der Nationalpark Harz: Viele Kleinlebewesen können den Flammen nicht entkommen. Wertvolle Pflanzenarten, Moose und Flechten werden vernichtet. Besonders gefährdet: die Moorflächen im Hochharz. Dort könne sich ein Feuer tagelang unerkannt unter der Erde "durchfressen" und dann unvermittelt bei Luftzufuhr an anderer Stelle wieder aufflammen, so der Nationalpark-Sprecher.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 24.07.2018 | 09:30 Uhr

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