Stand: 24.09.2020 11:45 Uhr

VW: Einigung mit Opfern der Militärdiktatur

Volkswagen entschädigt Opfer des früheren Militärregimes in Brasilien. Nach eigenen Angaben hat der Konzern ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet. Demnach sollen ehemalige VW-Mitarbeiter, die während der Diktatur von 1964 bis 1985 Menschenrechtsverletzungen erlitten haben, Schadenersatz erhalten. In einer Untersuchung waren dem Konzern unter anderem Repressalien gegen Oppositionelle in den brasilianischen Fabriken vorgeworfen worden.

VIDEO: VW Brasilien: Neue Details im dunklen Kapitel (10 Min)

VW zahlt insgesamt 5,6 Millionen Euro

Laut der Landesgesellschaft Volkswagen do Brasil bekommt die Vereinigung ehemaliger Mitarbeiter umgerechnet rund 2,6 Millionen Euro. Insgesamt beläuft sich die Vereinbarung auf etwa 5,6 Millionen Euro. Aus der Summe sollen auch Projekte zur Aufarbeitung der Vergangenheit und Erinnerung an Menschenrechtsverletzungen in Brasilien gefördert werden. Die Konzernzentrale in Wolfsburg bestätigte die Einigung.

Historiker: "Uneingeschränkte Billigung"

Eine Studie des Historikers Christopher Kopper von der Universität Bielefeld hatte ergeben, dass der VW-Werkschutz an brasilianischen Standorten Oppositionsaktivitäten von Beschäftigten überwachte und so auch die Verhaftung von mindestens sieben Mitarbeitern sowie Misshandlungen von Beschäftigten erleichterte. "Die Korrespondenz mit dem Vorstand in Wolfsburg zeigt bis 1979 eine uneingeschränkte Billigung der Militärregierung", urteilte Kopper.

Der Konzern hatte die Analyse in Auftrag gegeben, um auf die damaligen Opfer zuzugehen. 2015 war von Betroffenen in Brasilien Anzeige gegen VW erstattet worden.

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VW-Werk in Sao Bernardo do Campo (Brasilien) © NDR

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.09.2020 | 12:00 Uhr

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