Stand: 19.07.2019 16:15 Uhr

Trockenheit lässt Niedersachsens Buchen sterben

Buchenwälder wie hier in Holenberg im Landkreis Holzminden leiden besonders unter der Trockenheit.

Niedersachsens Förster sorgen sich um die Buchenbestände im Land. Vor allem im Süden des Landes würfen absterbende Bäume schon jetzt ihr Laub ab. Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen geht davon aus, dass bereits 10 bis 15 Prozent der Buchen betroffen sind. Die rasante Entwicklung versetzte die Förster in Sorge, sagte Landesforsten-Vizepräsident Klaus Jänich. Für das Baumsterben mitverantwortlich sei das Dürrejahr 2018, dessen Folgen sich bei den Buchen mit Zeitverzögerung zeigten.

Waldbesucher müssen aufpassen

Insbesondere für Waldbesucher und Forstarbeiter sei die Lage mittlerweile gefährlich, sagte Forst-Vizepräsident Jänich. "Auch bei schönstem Wetter brechen ohne Vorwarnung abgestorbene Äste oder ganze Kronenteile ab, sogar wenn diese noch grünes Laub tragen." Wo die Gefahr zu groß ist, müsse der Zugang zu Waldgebieten gesperrt werden.

Videos
03:02
Nordmagazin

"Heilige Hallen": Ein Besuch im Buchenwald

24.09.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin

Die "Heiligen Hallen" nahe der Feldberger Seenlandschaft sind ein 65 Hektar großes Totalreservat und seit dem 18. Jahrhundert geschützt. Ein Besuch im uralten Buchenwald. Video (03:02 min)

Wurzeln können keine Wasserspeicher im Boden nutzen

Die Buche brauche Luftfeuchte und ausreichende Niederschläge, sagte Ralf-Volker Nagel von der Forstlichen Versuchsanstalt. "Wegen der Trockenheit sind vielfach die Bodenwasserspeicher nicht aufgefüllt. Das schädigt die Buchen und deren Wurzelwerk." Die Bäume könnten dann nicht mehr genügend Feinwurzeln nachbilden, die für die Wasserversorgung erforderlich seien, sagte Nagel. Betroffen seien vor allem Buchen auf sogenannten flachgrundigen Standorten, die vergleichsweise wenig Wasser speichern können. Dazu zählten etwa Muschelkalkböden im südlichen Niedersachsen.

Braune Blätter deuten auf irreparable Schädigung hin

Zusätzlich sei die Rinde vieler Buchen durch Sonnenbrand aufgerissen, sagte Forst-Vizepräsident Jänich. Das mache die Rinde zur Eintrittspforte für Holz zersetzende Pilze. Auch der Befall durch Insekten setzte den Buchen zu. "Die Buchen, die jetzt schon komplett braune Blätter haben, sind dauerhaft kaputt", fürchtet Wald-Experte Nagel. "Bei weniger geschädigten Bäumen hoffen wir, dass es eine Regeneration gibt."

Weitere Informationen

Naturschützer: Borkenkäfer Chance für den Wald

Im Harz hat der Borkenkäfer massive Schäden an Fichten verursacht. Die Chefs der Naturschutzverbände BUND und NABU sehen das als Chance für eine Verjüngung des Waldes. (24.06.2019) mehr

Waldbrandgefahr bleibt vorerst hoch

Es wird etwas kühler in Niedersachsen, dennoch bleibt die Gefahr von Bränden am Montag vielerorts hoch. Am Wochenende gab es mehrere teils großflächige Feuer auf Getreidefeldern. (24.06.2019) mehr

Harz: Borkenkäfer bohrt sich in Tausende Fichten

Der Borkenkäfer hat sich im Harz festgesetzt. Am Wurmberg werden in den kommenden Wochen Tausende von Fichten gefällt werden müssen - und ein Ende des Befalls ist nicht abzusehen. (11.06.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.07.2019 | 16:00 Uhr