Der Screenshot aus einem Video zeigt die simulierte Landung von «Philae» auf dem Zielkometen Tschurjumow-Gerassimenko. © picture alliance/ESA/ATG medialab/dpa

"Rosetta"-Mission: "Philae" hüpfte bei Landung über Eisstaub

Stand: 29.10.2020 21:15 Uhr

Sechs Jahre nach der "Rosetta"-Mission haben Wissenschaftler ein weiteres Rätsel gelöst. Demnach hüpfte Lander "Philae" bei der Kometenlandung über Eisstaub.

Für die Landung hatte die Sonde im November 2014 drei Bodenkontakte benötigt. Bislang waren nur der Erstkontakt und der Zielpunkt bekannt - nun haben Forscher den Ort des zweiten Bodenkontakts rekonstruieren können, nach "Jahren der Detektivarbeit", wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mitteilte. An der Mission war auch das Göttinger Max-Planck-Institut beteiligt.

"Fluffiger als Milchschaum"

Demnach setzte "Philae" bei seiner missglückten Landung auf dem Kometen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" zwischenzeitlich auf 4,5 Milliarden Jahre altem Eis auf. Dort konnte sich die Sonde nicht richtig verankern und kam erst etwa 30 Meter weiter endgültig zum Stillstand. Die spezielle Oberfläche könnte bei der missglückten Landung eine Rolle gespielt haben. Laut DLR sei die Eisstaubmischung sehr weich. "Fluffiger noch als der Milchschaum auf einem Cappuccino", so die Forscher.

Kratzer im Staub führen zu Landeort

Entsprechend hinterließ "Philae" Spuren: Die Sonde drückte sich mit ihrer Oberseite und dem Gehäuse für den Probenbohrer in den eisigen Spalt eines schwarzen, von kohlenstoffhaltigem Staub bedeckten Brockens. So kratzte "Philae" den Brocken auf und legte vor der Sonnenstrahlung geschütztes Eis aus der Entstehungszeit des Kometen frei. Genau jene blanke, helle Eisfläche habe die Kontaktstelle verraten, teilten die Forscher mit.

Styroporfelsen im All

Untersuchungen hätten auch eine Schätzung der Porosität des Gesteins ergeben, das der Lander touchierte: 75 Prozent würde aus Hohlräumen bestehen. Diese Ergebnisse seien für die wissenschaftliche Charakterisierung von Kometen als ursprüngliche Körper des Sonnensystems und auch für weitere Missionen wichtig.

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Regional Braunschweig | 01.07.2019 | 14:30 Uhr

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