Stand: 09.07.2020 15:00 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Naturliebhaber zerstören Natur für Instagram

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Der Harz bietet grandiose Fotomotive - manche schaden auf der Jagd nach dem besten Bild jedoch der Natur. (Archivbild)

Schroffe Felsen, märchenhafte Wälder und mystische Moore. Der Harz zieht Liebhaber wilder Natur an, auch junge Leute kommen gerne für einen Tages- oder Wochenendtrip. Nicht wenige sind dabei auf der Suche nach beeindruckenden Fotomotiven. Die Aufnahmen teilen sie auf sozialen Plattformen wie Instagram. Wem es allerdings um das bestmögliche Foto geht, der kommt auch mal vom rechten Weg ab und gefährdet eben die Natur, die er im Bild festhalten möchte. Der Nationalpark Harz schlägt Alarm.

Instagram: Wie Naturfotos die Natur zerstören

Hallo Niedersachsen -

Atemberaubende Naturaufnahmen sind ein Erfolgsgarant auf Instagram - inzwischen ein Massenphänomen. Und um an das schönste Foto zu kommen, wird der Naturschutz oft missachtet.

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"Kleine Schäden summieren sich zu ganz großen"

Nicht alle Hobby-Fotografen hielten sich an die Regeln, sagte Friedhart Knolle, Sprecher des Nationalparks. Auf der Jagd nach Foto- und Filmaufnahmen würden immer häufiger die Wege verlassen, geschützte Felsen erklettert oder illegal Drohnen gestartet. "Wir freuen uns über jeden Gast, der bei uns in der Natur ist, der übernachtet, hier Geld lässt und Arbeitsplätze sichert. Wir gucken über vieles hinweg", so Knolle. "Aber wir haben schon ausgestorbene Tier- und Pflanzenarten aufgrund dieser scheinbar kleinen Schäden. Die kleinen Schäden summieren sich zu ganz großen Schäden."

Drohnen gefährden Vögel

Bei Instagramern besonders beliebt sind das Torfhausmoor oder auch der Oderteich. Bei Nacht kann man hier einen atemberaubenden Sternenhimmel beobachten. Und auch tagsüber bietet sich eine faszinierende Kulisse. Da lasse schnell mal jemand eine Drohne fliegen, um die Landschaft von oben einzufangen, berichtet Knolle und warnt: Drohnen könnten der Vogelwelt massiv schaden.

Zu viel Anziehungskraft kann schlecht enden

Ziele seien oft die "Highlights", so der Nationalpark-Sprecher. "Nach dem Motto: Ich war hier und du warst hier noch nicht." Das sei menschlich, räumt er ein, eine "kleine Wichtigtuerei. Die haben wir alle, aber die zieht automatisch zu schützenswerten, attraktiven Orten und das ist das große Problem für den Naturschutz. Wenn wir jedes Highlight kaputtspielen auf Instagram und Facebook, dann haben wir diese Highlights nicht mehr, dann sind sie weg." Knolle befürchtet, dass sich das Problem in diesem Sommer noch vergrößern könnte: Wegen der Corona-Pandemie verbringen voraussichtlich mehr Menschen ihren Urlaub in Deutschland - voraussichtlich auch im Harz.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Funkbilder - der Tag | 09.07.2020 | 16:00 Uhr

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