Blick auf das VW-Verwaltungsgebäude in Wolfsburg. © picture alliance Foto: Sina Schuldt

Nach Corona-Einbruch: Volkswagen fährt wieder Gewinne ein

Stand: 29.10.2020 09:48 Uhr

Der Autobauer Volkswagen hat im dritten Quartal wieder Gewinne erzielt. Der Konzern sieht eine Tendenz zur Erholung. Das Geschäft werde aber von der Corona-Pandemie beeinträchtigt.

Im dritten Quartal fuhr die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw wieder einen operativen Gewinn ein. Dieser beläuft sich für den Zeitraum von Juli bis September auf rund eine halbe Milliarde Euro. Damit hat die Marke operativ zwar rund 40 Prozent weniger verdient als noch ein Jahr zuvor mit 866 Millionen Euro. Im zweiten Quartal hatte sie aber noch einen Verlust von knapp zwei Milliarden Euro verbucht. Im dritten Quartal hatte die Kernmarke 1,48 Millionen Autos an die Kunden ausgeliefert. Das waren noch 2,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging um 13 Prozent auf 18,6 Milliarden Euro zurück. Das liegt auch daran, dass VW die Auslieferungen der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen nicht in den Konzernerlös einrechnet - und China ist mit Abstand der größte Einzelmarkt von VW.

Gewinn um rund zwölf Milliarden geschmälert

Für die ersten neun Monate des laufenden Jahres meldete Volkswagen einen Vorsteuer-Gewinn von insgesamt rund 2,3 Milliarden Euro. Das ist eine drastische Abnahme gegenüber dem Vorjahreswert von 14,6 Milliarden Euro. Es ist aber eine deutliche Verbesserung zur Jahresmitte, als die Volkswagen-Gruppe mit einem Verlust von etwa 1,4 Milliarden Euro in die roten Zahlen gerutscht war.

Umsatz deutlich unter Vorjahresniveau

Man sehe inzwischen eine "spürbare Erholung", erklärte das Unternehmen in Wolfsburg. Aufgrund der schwachen Nachfrage ist die Gesamtentwicklung weiterhin kritisch: Der Umsatz lag nach drei Vierteln des Jahres bei 155,5 Milliarden Euro und damit 16,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau, bei den Auslieferungen verbuchte die VW-Gruppe bis Ende September insgesamt ein Minus von 18,7 Prozent auf ungefähr 6,5 Millionen Fahrzeuge. "Das Geschäft des Volkswagen-Konzerns bleibt nach neun Monaten stark von der Corona-Pandemie beeinträchtigt", betonte Finanzvorstand Frank Witter. Gleichzeitig gebe es aber eine "deutliche Erholungstendenz" im dritten Quartal. In den drei Monaten von Juli bis September lag der VW-Konzern bei den weltweiten Auslieferungen mit 2,61 Millionen Fahrzeugen nur noch gut ein Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Frühjahr hatte Volkswagen aufgrund der Pandemie einen Milliarden-Verlust gemacht. Auch viele andere Unternehmen aus der Branche konnten zuletzt wieder bessere Zahlen melden.

Diess strebt für Gesamtjahr Gewinn an

Herbert Diess spricht bei einer VW-Veranstaltung. © picture alliance Foto: Sebastian Gollnow
VW-Vorstandschef Diess hofft auf einen operativen Gewinn im gesamtjahr. (Archivbild)

Mit Spannung wird erwartet, wie das Management um Vorstandschef Herbert Diess die Situation angesichts steigender Corona-Fallzahlen in Europa und Amerika einschätzt. Zuletzt hatte Diess auf der Hauptversammlung Ende September betont, dass im Gesamtjahr auf jeden Fall ein operativer Gewinn erwirtschaftet werden soll. Die VW-Nutzfahrzeugholding Traton hat bereits Eckdaten vorgelegt und sich überrascht gezeigt, wie stark die Erholung an den Märkten für Lkw und Busse ausgefallen war. Bei den großen VW-Marken MAN und Scania will das Management allerdings dennoch Tausende Arbeitsplätze streichen, um die Kosten zu senken.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 29.10.2020 | 10:30 Uhr

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