Vor Containern mit radioaktiver Lauge hängt in der Schachtanlage Asse ein Warnschild mit der Aufschrift "Radioaktiv". © dpa-Bildfunk

Lagern Uranreste aus NS-Atombombenforschung in der Asse?

Stand: 15.06.2021 14:47 Uhr

Umweltschützer vermuten in dem ehemaligen Bergwerk im Landkreis Wolfenbüttel Reste des Atomwaffenprogramms der Nationalsozialisten. Ein 50 Jahre alter Zeitungsartikel deutet darauf hin.

Der Artikel der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" stammt aus dem Jahr 1974. Darin wird der mittlerweile verstorbene, damalige Asse-Betriebsleiter Alwin Urff zitiert. Er erinnerte sich ans Einlagern der ersten radioaktiven Abfälle 1967. Damals habe man Uranabfälle aus Bunkern in der Nähe von München in die Asse bei Wolfenbüttel gebracht - Abfälle, die im Atomwaffenprogramm der Nationalsozialisten angefallen waren, sagte Urff der Zeitung.

Asse-Betreiber: Keine neuen Hinweise

Die Gesellschaft, die das Atommülllager Asse heute betreibt, weiß von solchen Abfällen nichts. Es gebe keine neuen Erkenntnisse, sagte eine Sprecherin. Der Wolfenbütteler Umweltaktivist Andreas Riekeberg hingegen mutmaßt in der Zeitschrift "anti atom aktuell", dass es für die ersten Behälter, die 1967 in die Asse kamen, einfach noch keine festgeschriebenen Regeln gab - und somit durchaus Rückstände aus der NS-Atomforschung dort liegen könnten.

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126.000 Fässer mit radioaktiven und chemischen Abfällen

Insgesamt wurden zwischen 1967 und 1978 etwa 126.000 Fässer mit radioaktiven und chemischen Abfällen in der Asse versenkt. Welche Stoffe sie genau enthalten, ist der Bundesgesellschaft für Endlagerung nicht bekannt. Die alten Aktenbestände seien lückenhaft und unvollständig, heißt es. Da das alte Bergwerk instabil ist, sollen die Fässer nach Möglichkeit wieder herausgeholt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 15.06.2021 | 15:00 Uhr

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