Schläuche liegen im ausgebrannten Treppenhaus des Gebäudes. © Stefan Rampfel

Göttingen: Amtshaus nach Anschlag frühestens 2023 in Betrieb

Stand: 25.11.2020 17:45 Uhr

Das Göttinger Amtshaus ist nach dem Brandanschlag vom vergangenen November weiter nicht benutzbar. Die Stadt geht davon aus, dass sich die Sanierungsarbeiten bis 2023 hinziehen.

In den vergangenen zwölf Monaten waren Experten für Brandsanierung mit der Dekontamination des dreistöckigen Gebäudes beauftragt. Diese sei nun abgeschlossen, hieß es aus der Verwaltung. Ein Gutachten soll nun aufzeigen, welche baulichen Maßnahmen zur Instandsetzung durchgeführt werden müssen. Die Ausarbeitung werde Anfang kommendes Jahres erwartet, sagte ein Verwaltungssprecher. Man gehe davon aus, dass die Arbeiten frühestens Anfang 2022 beginnen können.

Komplizierte Dekontaminationsarbeiten

In der ersten Sanierungsphase seien Einrichtungsgegenstände und Akten geborgen und - wenn möglich - gereinigt worden. Eine Fahrstuhlanlage sei mit einem speziellen Verfahren konserviert worden, um Korrosionen zu vermeiden. Der Brandgeruch wurde reduziert. Ein Chemiker habe die Kontaminationsgrade von Bauteilen bestimmt, so der Sprecher. Zudem sei die historische Treppe, die durch Flammen und Löschwasser zerstört wurde, inzwischen ausgebaut worden.

Polizeipräsident Lührig: "Ganz klar Linksterrorismus"

In dem Amtshaus, das in unmittelbarer Nähe zum Göttinger Rathaus steht, waren Ausländerbehörde und Jobcenter untergebracht. Unbekannte hatten in einem Treppenhaus des Gebäudes in der Nacht zum 25. November 2019 Feuer gelegt. Ermittlungen ergaben, dass die Brandstifter dazu zwei mit Benzin gefüllt Kanister verwendeten. Auf einer Internetplattform war ein Bekennerschreiben mit dem Aufruf "Feuer und Flamme allen Abschiebebehörden" aufgetaucht. Göttingens Polizeipräsident Uwe Lührig hatte die Tat "ganz klar als Linksterrorismus" bezeichnet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 26.11.2020 | 06:30 Uhr

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