Stand: 08.02.2021 07:46 Uhr

Giftzentrum verzeichnet mehr Notrufe - auch wegen Corona

Drei Fläschchen mit Desinfektionsmittel. © picture alliance Foto: Marius Bulling onw Ostalb Network
Die Experten verzeichneten deutlich mehr Anrufe wegen möglicher Vergiftungen mit Desinfektionsmitteln. (Themenbild)

Der Giftnotruf hat 2020 mehr Anrufe verzeichnet als im Vorjahr. Auffällig waren laut Giftzentrum Nord (GIZ) in Göttingen vor allem die vielen Anrufe zu Vergiftungen mit Desinfektionsmitteln: Während der Lockdowns im zweiten und vierten Quartal seien besonders viele Notrufe dazu eingegangen, hieß es. Bei den gemeldeten Notrufen habe es sich vor allem um Kinder gehandelt, die solche Mittel probiert hätten, sagte GIZ-Leiter Martin Ebbecke. "Zu Corona-Zeiten haben viele Leute Desinfektionsmittel zu Hause stehen", so Ebbecke. Allein im März und April habe das GIZ 160 Anrufe zu möglichen Vergiftungen mit Desinfektionsmitteln verzeichnet - in den Vorjahren seien dazu weniger als 50 Anrufe pro Monat eingegangen. Während kleine Mengen an Desinfektionsmitteln laut Ebbecke meist keine nennenswerten Folgen haben, können sie in größeren Mengen im schlimmsten Fall zu komatösen Zuständen führen. Das GIZ warnt deshalb davor, Desinfektions- und Putzmittel achtlos zu Hause rumstehen zu lassen. Das GIZ Nord wurde 1995 gegründet und ist eine Gemeinschaftseinrichtung der Bundesländer Bremen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Nach den Erfahrungen der Experten geht die größte Gefahr für Kinder von Haushaltschemikalien und Arzneimitteln aus. Bei Erwachsenen überwiegen Vergiftungen mit Medikamenten.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 08.02.2021 | 09:30 Uhr

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