Stand: 24.07.2019 19:32 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Erschossene Wölfin offenbar zuvor gequält

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Der Kadaver der jungen Wölfin wird in Berlin untersucht.

Die von Unbekannten erschossene Wölfin ist möglicherweise vor ihrem Tod "bestialisch gequält" worden. Diesen Verdacht äußerte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Mittwoch in Hannover aufgrund von Fotos des toten Tieres. Lies übte scharfe Kritik an der illegalen Erschießung des Tieres im Landkreis Gifhorn.

Wolf hatte Draht um Hals

Der Kadaver der Wölfin war am Sonntagabend im Elbe-Seiten-Kanal gefunden worden. Der Polizei zufolge hatten der oder die Täter versucht, das Tier mit einer Metallschlinge und einem schweren Gegenstand im Kanal zu versenken. Auf einem vom Ministerium verbreiteten Foto ist der tote Wolf mit dem Draht um den Hals zu sehen. Es müsse alles ermöglicht werden, den oder die Verantwortlichen für diese Tat herauszufinden und auch entsprechend hart zu bestrafen, sagte Minister Lies. Eine solche "Selbstjustiz" sei unverantwortlich, es gebe dafür "überhaupt keine Toleranz".

Faust © Andreas Garrels Foto: Andreas Garrels

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"Es ist an der Zeit, dass alle abrüsten"

Lies fügte hinzu, der Fall bilde gleichzeitig die Dramatik ab, die zwischen Wolfs-Befürwortern und Gegnern herrsche. Es komme oft zu Reaktionen und Konfrontationen in einem emotionalen Ausmaß, das der Herausforderung überhaupt nicht gerecht werde. "Es ist an der Zeit, dass alle abrüsten", sagte Lies. "Das was da passiert ist, darf auf keinen Fall wieder passieren."

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Kadaver wird in Berlin untersucht

Derzeit wird das tote Tier beim Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin unter anderem mit einem Computertomografen untersucht. Zudem wird festgestellt, wie groß, schwer und alt die Wölfin war. Sollten etwaige Geschosspartikel gefunden werden, erhält sie die zuständige Staatsanwaltschaft. Mit einem Untersuchungsergebnis ist in etwa vier Wochen zu rechnen, sagte ein Polizeisprecher. Die Berliner Experten sollen auch feststellen, ob sie die Wölfin einem Rudel zuordnen können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.07.2019 | 15:00 Uhr

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