Stand: 13.09.2019 12:12 Uhr

Touristen sollen an kahlen Harz gewöhnt werden

Klimawandel und gefräßige Insekten: Der Wald im Harz befindet sich in einem sichtbaren Wandel.

"Der Wald ruft!" lautet der Name einer neuen Tourismus-Kampagne im Harz und "Bitte nicht erschrecken!" könnte der Untertitel sein. Denn die Aktion von Harzer Tourismusverband, Landesforsten und anderen Institutionen soll vor allem eins: Touristen im Internet und über Broschüren künftig bereits vor ihrer Reise in den Harz darauf vorbereiten, dass der Wald teils in einem desolaten Zustand ist: Heiße Sommer, wenig Regen, Stürme und nicht zuletzt der Borkenkäfer haben dazu geführt, dass es im Harz viele großflächige Gebiete mit abgestorbenen Fichten gibt.

Trotz Baumsterben nicht weniger Touristen

"Wir wollen den Gast informieren, dass sie weniger geschockt sind, wenn sie hier Urlaub machen und dann doch mal auf so ein Fleckchen Wald stoßen", sagt Christin Wohlgemuth vom Harzer Tourismusverband. Zwar kämen bislang nicht weniger Touristen in den Harz. Aber das solle auch so bleiben und die Initiative "Der Wald ruft!" die Veränderung des Waldes durch Klimawandel und Borkenkäfer erklären.

Ein abgestorbener Nadelbaum im Harz.

Waldsterben: Harz will Touristenschwund vorbeugen

Hallo Niedersachsen -

Klimawandel und Borkenkäfer setzen vor allem den Fichten im Harz stark zu. Viele Wanderer sind geschockt. Mit der Kampagne "Der Wald ruft" will die Region Touristen vorbereiten.

2,83 bei 23 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Otte-Kinast: "Jahrhundertkatastrophe"

Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hatte erst vor wenigen Tagen von einem "flächenhaften Siechtum" der Wälder in Niedersachsen und einer "Jahrhundertkatastrophe" gesprochen. Von den etwa 1,2 Millionen Hektar bewaldeten Flächen im Land seien bereits rund 10.000 Hektar verloren gegangen. Das Landesregierung will den Waldbesitzern nun 1,5 Millionen Euro an Soforthilfe zur Verfügung stellen.

Weitere Informationen

#wetterextrem - Der Norden im Klimawandel

Die Erde wird immer wärmer. Wetterextreme oder der Anstieg des Meeresspiegels sind die Folgen - sie zeigen sich auch in Norddeutschland. Informationen und Hintergründe. mehr

DIE REPORTAGE

Wetter extrem - Hitzewellen und Wassermassen

06.09.2019 21:15 Uhr
DIE REPORTAGE

Dürre und Trockenheit im Norden hinterlassen ihre Spuren. Die Fichten im Harz sterben ab, das Trinkwasser der Wasserwerke schwindet. Was bedeutet das für Mensch und Natur? mehr

Leidende Wälder: "Mittendrin in der Katastrophe"

Trockene Böden, Schädlinge, Stürme: Auch die Wälder leiden massiv unter den Bedingungen. Längst sind nicht mehr nur Fichten betroffen. Das hat auch Auswirkungen auf die Forstwirtschaft. (01.08.2019) mehr

Waldsterben: 1,5 Millionen Euro Soforthilfe

In diesem Jahr sind bereits rund 10.000 Hektar Waldfläche verschwunden. Die Bäume halten Trockenheit und Borkenkäfern nicht stand. Das Land verspricht 1,5 Millionen Euro Soforthilfe. (09.09.2019) mehr

Borkenkäfer: Wurmberg steht Kahlschlag bevor

Auf dem Wurmberg im Harz haben sich Borkenkäfer massiv ausgebreitet. Auf rund 80 Hektar müssen Zehntausende Fichten gefällt werden - das gleicht einem Kahlschlag. (28.06.2019) mehr

Naturschützer: Borkenkäfer Chance für den Wald

Im Harz hat der Borkenkäfer massive Schäden an Fichten verursacht. Die Chefs der Naturschutzverbände BUND und NABU sehen das als Chance für eine Verjüngung des Waldes. (24.06.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 13.09.2019 | 06:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

04:23
Hallo Niedersachsen
01:35
Hallo Niedersachsen