André Frenzel, wissenschaftlicher Leiter im Unternehmen Corat Therapeutics, blickt auf eine Mikroplatte. © picture alliance/dpa/Hauke-Christian Dittrich Foto: Hauke-Christian Dittrich

Corona-Medikament: Corat Therapeutics findet Partner

Stand: 08.07.2021 13:55 Uhr

Das Braunschweiger Unternehmen Corat Therapeutics, das ein Corona-Medikament entwickelt, hat 24,9 Prozent seiner Anteile an den Pharmakonzern Dermapharm aus Grünwald bei München verkauft.

Das meldet die "Braunschweiger Zeitung" (BZ). Das bayerische Unternehmen stellt unter anderem für Biontech 40 bis 50 Millionen Impfdosen pro Monat her. Dermapharm sei für die Braunschweiger nicht nur ein finanzieller, sondern auch ein strategischer Partner, sagte Corat-Chef Andreas Herrmann der Zeitung. Beide Unternehmen hatten bereits am Mittwoch die entsprechenden Verträge unterschrieben.

Investiert Dermapharm rund 20 Millionen Euro?

Über die finanzielle Höhe des Einstiegs vereinbarten beide Firmen Stillschweigen. Der BZ zufolge dürfte es sich um eine Summe von rund 20 Millionen Euro handeln. Für Dermapharm hätten sich die Braunschweiger bewusst entschieden, hieß es weiter. Als strategischer Partner könnte Dermapharm für Corat das Corona-Medikament, das auf Antikörpern basiert, produzieren, abfüllen und vertreiben, vermutet die BZ.

Corat-Chef mit Deal zufrieden

Corat-Chef Andreas Herrmann sagte der BZ: Man sei sehr zufrieden. Man habe "signifikant Liquidität" hereingeholt. "Mit Dermapharm an unserer Seite können wir aber auch sonst in ganz anderen Dimensionen denken", so Herrmann.

Bund, Land und private Investoren helfen Braunschweiger Unternehmen

Corat war zuletzt auch für andere Firmen aus dem Pharma-Sektor interessant geworden. So sollen die europäischen Konzerne Boehringer Ingelheim und Bayer mehr oder weniger konkretes Interesse gehabt haben. Corat hatte in den vergangenen Monaten um finanzielle Unterstützung kämpfen müssen. Die Bundesregierung hatte bei den Förderungen zunächst nur auf die Karte Impfstoffe gesetzt. Sogar die Übernahme von Corat durch einen chinesischen Staatsfonds stand zwischenzeitlich im Raum. Jetzt geben das Land Niedersachsen und sechs private Investoren aus Braunschweig und der Region in drei Runden insgesamt etwa 15 Millionen Euro. Das Bundesforschungsministerium zahlt zunächst 7,3 Millionen Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.07.2021 | 14:00 Uhr

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