Bürger halten sich an Ausgangssperre im Landkreis Gifhorn

Stand: 13.01.2021 20:40 Uhr

Seit Dienstagabend gilt im Landkreis Gifhorn eine nächtliche Ausgangssperre. Nach der ersten Nacht zieht die Polizei eine positive Bilanz.

Bis in die frühen Morgenstunden haben Polizisten im gesamten Landkreis kontrolliert, ob sich alle Bürger an die neue Regel halten. Tatsächlich stellten die Beamten keinerlei Verstöße fest. "In der Stadt haben wir keine Fußgänger gesehen", sagte ein Polizeisprecher dem NDR in Niedersachsen. Bei Fahrzeugkontrollen seien nur Berufspendler angetroffen worden, die eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers hätten vorweisen können.

Landesweite höchste Sieben-Tage-Inzidenz

Möglicherweise habe das schlechte Wetter die Einhaltung der neuen Regeln unterstützt, sagte der Sprecher. Diese gelten zunächst noch bis zum 31. Januar. Im gesamten Landkreis dürfen die Bürger zwischen 20 Uhr abends und 5 Uhr morgens ihre Häuser nicht verlassen. Ausnahmen gelten etwa für den Weg zur Arbeit oder bei medizinischen Notfällen. Der Landkreis hofft, durch diese Maßnahme die Zahl der Corona-Neuinfektionen senken zu können. Die Inzidenz war dort auch am Mittwoch wieder landesweit am höchsten. Sie liegt aktuell bei 257,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Kontaktverbot und Taskforce geplant

Aufgrund des hohen Infektionsgeschehens plant der Landkreis außerdem ein komplettes Kontaktverbot zu Menschen außerhalb des eigenen Haushaltes. Dies soll voraussichtlich ab Freitag, spätestens ab kommenden Montag gelten. Das hatte Landrat Andreas Ebel (CDU) am Montag bei einer Pressekonferenz angekündigt. Auch hier seien Ausnahmen vorgesehen, etwa für pflegebedürftige Personen. Zudem plant der Landkreis eine sogenannte Taskforce in Alten- und Pflegeheimen, die von der Polizei unterstützt wird. So sollen Hygienevorschriften stärker kontrolliert werden.

Kontaktverbot wirkungsvoller als 15-Kilometer-Radius

Der Landkreis hatte bewusst darauf verzichtet, die Bewegungsfreiheit der Bewohner auf einen 15-Kilometer-Radius um den Wohnsitz zu begrenzen, wie es durch die neue Corona-Verordnung möglich ist. "Wir halten das Kontaktverbot für wesentlich wirkungsvoller", sagte Ebel. Die Polizei habe dazu geraten. Nächtliche Ausgangssperre und Kontaktverbot seien besser zu kontrollieren. Wer sich nicht an die Maßnahmen hält, dem drohen Bußgelder von mehreren Hundert Euro, im Extremfall bis zu 25.000 Euro.

Weitere Informationen
Nordhorn: Ein Abstrich für einen PCR-Test wird von einem Mitarbeiter im Corona-Testzentrum genommen. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt

Corona in Niedersachsen: 81 weitere Tote, Inzidenzwert sinkt

Am Mittwoch hat das Land 1.170 Neuinfektionen gemeldet. Der Inzidenzwert liegt im Landesdurchschnitt nun bei 82,3. mehr

Ein Mann nimmt eine Ampulle des Moderna-Impfstoff aus einer Schachtel. © picture alliance/Marijan Murat/dpa Foto: Marijan Murat/dpa

Corona in Niedersachsen: Hotline für Impftermine startet

Die Anrufer müssen wegen Lieferengpässen allerdings mit Wartezeiten rechnen. Vorrang haben weiter Menschen in Heimen. mehr

Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

Coronavirus-Update: Der Podcast mit Drosten & Ciesek

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 13.01.2021 | 06:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Barbara Havliza (CDU), Justizministerin von Niedersachsen, sitzt im niedersächsischen Landtag. © dpa/Julian Stratenschulte Foto: Julian Stratenschulte

Havliza befürchtet Radikalisierung in Corona-Krise

Problematisch sei die zunehmende Isolierung von Menschen, die für Extremismus empfänglich seien, so die Ministerin. mehr

Verschiedene Euro-Scheine gefächert von einer Hand gehalten © picture alliance/dpa Foto: Daniel Karmann

Männer verdienen pro Monat 525 Euro mehr als Frauen

Das Landesamt für Statistik hat diesen Wert für Niedersachsen errechnet. Die Zahlen wurden am Mittwoch vorgestellt. mehr

Auf der Warnweste einer Demonstrantin steht "#Mietenwahnsinn". © dpa picture alliance Foto: Paul Zinka

Geringverdiener müssen immer mehr für Wohnraum zahlen

Eine Analyse zeigt den enormen Preisanstieg in den vergangenen Jahren. Besonders hoch ist dieser in Oldenburg. mehr

Verschiedene Obstsorten auf einer Tischplatte © NDR

Gifhorn: Gesundheitsamt bekommt anonyme Obstspende

Eine unbekannte Person schickte 150 Euro an einen Supermarkt. Die Spende sei ein Dank für die tolle Arbeit, hieß es. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen