Atomfässer vor dem Lager in Asse. © dpa Bildfunk Foto: Ole Spata

Asse: Land benennt Gesamtkoordinator für Bergung der Fässer

Stand: 11.01.2021 18:25 Uhr

Die Rückholung der rund 126.000 Atomfässer aus dem maroden Bergwerk Asse im Landkreis Wolfenbüttel soll beim Land zentral koordiniert werden. Das hat die Landesregierung am Montag beschlossen.

Die entsprechende Stelle wird laut einer Mitteilung der Niedersächsischen Staatskanzlei im Umweltministerium eingerichtet. Der Leiter der Abteilung "Atomaufsicht und Strahlenschutz", aktuell ist dies Andreas Sikorski, übernimmt demnach die Gesamtkoordination. Zuvor war Sikorski Präsident des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Energie (LBEG). Die neue Koordinierungsstelle soll Genehmigungsverfahren beschleunigen und Abläufe vereinfachen. "Mit dem Gesamtkoordinator und der neuen Geschäftsstelle schaffen wir eine starke und effiziente Organisationseinheit, um die Rückholung der Fässer mit Hochdruck voranzutreiben", sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD).

Lies: "Genehmigungsrechtliches Neuland"

Die Rückholung des Asse-Mülls habe für ihn oberste Priorität, sagte Lies. Man betrete dabei "genehmigungsrechtliches Neuland", zudem seien Kosten und personeller Aufwand enorm. Schlagkräftige und verlässliche Strukturen seien daher umso wichtiger, um das Verfahren voranzutreiben und die Sicherheit von Menschen und Umwelt zu gewährleisten.

Rückholung startet frühestens 2033

Nach aktuellem Planungsstand kann das Bergen der Fässer frühestens in zwölf Jahren beginnen. Derzeit wird bis zum Beginn der Rückholung mit Kosten von rund 3,35 Milliarden Euro gerechnet, die Kosten trägt der Bund. Mit der endgültigen Schließung der Schachtanlage Asse II wird frühestens 2050 gerechnet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 12.01.2021 | 06:30 Uhr

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