Stand: 28.03.2018 20:48 Uhr

Asse: Kein Zeitplan - nur enttäuschte Anwohner

Im maroden Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel soll eine Kammer mit radioaktiven Abfällen möglicherweise vorzeitig geräumt werden. Wie das geschehen soll, stellte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) vor: Der Müll soll mit einem Kran von oben aus der gut zugänglichen Kammer 7 geholt, verpackt und dann über einen Personenschacht abtransportiert werden. Doch bereits während der Veranstaltung am Dienstag wurde eines deutlich: Das Wie reichte den Bürgern nicht. Aus ihrer Sicht seien zu viele Fragen offengeblieben - insbesondere der mögliche Termin für die vorzeitige Räumung.

"Uns hat die Zeitschiene gefehlt"

Manche Anwohner schienen der Verzweiflung nahe, doch die Verantwortlichen der BGE nannten keinen konkreten Zeitplan für die Rückholung des radioaktiven Mülls - obwohl in der Einladung von einer vorgezogenen Rückholung die Rede war. "Uns hat die Zeitschiene gefehlt, es kam überhaupt keine Vorstellung vom Betreiber rüber, wann denn was erfolgen soll", sagte Heike Wiegel von der Bürgerinitiative AufpASSEn.

Viele Unwägbarkeiten

Offiziell hält die BGE am Jahr 2033 fest. Es gebe noch zu viele Unwägbarkeiten, die es unmöglich machten, sich auf ein konkretes Jahr festzulegen, sagte Thomas Lautsch, technischer Geschäftsführer der BGE. "Wir werden eine sehr saubere detaillierte Planung erstellen und werden dann in ein Genehmigungsverfahren eintreten, das wiederum von vielen Gutachtern sehr sorgfältig geprüft werden wird."

12.000 Liter Wasser fließen täglich in die Kammern

Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz sickern täglich rund 12.000 Liter Wasser in den Schacht. Darum sollen sämtliche Behälter nach Möglichkeit schnell an die Oberfläche geholt werden. Dabei handelt es sich um etwa 126.000 Fässer mit Atommüll und chemischen Abfällen, die zwischen 1967 und 1978 in dem früheren Salzbergwerk eingelagert wurden.

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Hallo Niedersachsen | 28.03.2018 | 19:30 Uhr

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