Stand: 10.11.2015 15:11 Uhr  | Archiv

Abgas-Skandal: KBA und EU setzen VW unter Druck

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Das Kraftfahrt-Bundesamt setzt dem Volkswagen-Konzern Fristen, um Lösungsvorschläge für die manpulierten Dieselmotoren einzureichen.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat Volkswagen erneut eine Frist gesetzt: Der Wolfsburger Autobauer muss bis spätestens 30. November auch einen Lösungsvorschlag für die manipulierten 1,2-Liter-Motoren präsentiert haben. Das sagte ein Behördensprecher am Mittwoch. Die Motoren mit 1,6 Liter Hubraum ist der Stichtag der 15. November. Am Montag hatte das Verkehrsministerium unter Berufung auf das KBA mitgeteilt, dass hierzulande für 540.000 Wagen des VW-Konzerns neben einer Software-Lösung auch neue Bauteile beschafft werden müssen.

Rückrufe beginnen im Januar

Nach dem aktuellen Stand sind von der technischen Umrüstung die 1,6-Liter-Motoren betroffen, und für die Maschinen mit 2,0 und 1,2 Litern reicht ein bloßes Software-Update am Computer ohne den Einbau neuer Teile aus. Ein KBA-Sprecher betonte aber den "ständigen Informationsfluss" bei dem Thema. "Es ist noch nichts in Stein gemeißelt", sagte er. Die vom KBA gesetzten Fristen am 15. beziehungsweise 30. November enden jeweils um Mitternacht. Bereits jetzt steht fest, dass die Rückrufe im Januar 2016 mit den 2,0-Liter-Motoren beginnen sollen und für die mittleren Maschinen (1,6 Liter), die Bauteile benötigen, erst im Herbst 2016. VW hatte eingeräumt, in weltweit elf Millionen Diesel-Fahrzeuge mit dem Motor EA189 eine verbotene Software zum Schönen der Abgaswerte eingebaut zu haben. Allein in Europa muss Volkswagen deswegen rund 8,5 Millionen Autos zurückrufen.

EU-Kommission will Details zum CO2-Skandal

Unterdessen macht laut der Zeitung "Wall Street Journal" auch die EU-Kommission bei Volkswagen Druck. Das US-Blatt berichtete am Dienstag von einem "ernst geschriebenen Brief" von Klima- und Energiekommissar Miguel Arias Cañete an VW-Konzernchef Matthias Müller. Darin fordere er "weitere Klärungen" zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) bei Autos aus dem VW-Konzern und bittet um eine Antwort in den kommenden zehn Tagen. Zunächst bestätigten weder die EU-Kommission noch VW den Brief. Dem Bericht zufolge verlangt Cañete Informationen darüber, wie viele und welche Autos höhere Werte aufweisen und um wie viel die Werte zu hoch liegen. Die EU setzt für Neuwagen CO2-Höchstwerte fest. Volkswagen hatte in der vergangenen Woche eingeräumt, dass bei mehreren Modellen der tatsächliche CO2-Ausstoß von den angegebenen Werten abweicht. Bis zu 800.000 Modelle des Konzerns könnten betroffen sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.11.2015 | 14:30 Uhr

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