Ein Hubschrauber der Bergwacht fliegt in die Berge. © Bayrischer Rundfunk

Rucksack des verunglückten Bergsteigers gefunden

Stand: 21.09.2022 18:38 Uhr

Am Hochkalter in den Berchtesgadener Alpen haben Retter den Rucksack des Vermissten entdeckt. Doch die Hoffnung, dass der seit Sonnabend vermisste junge Mann lebend gefunden wird, schwindet.

Der Rucksack wurde laut dem Bayerischen Roten Kreuz am Mittwochnachmittag gefunden. Da anschließend wieder Wolken die mutmaßliche Unfallstelle umhüllten, konnten vorerst keine weiteren Bergretter nach oben geflogen werden. Bis der Rucksack gefunden wurde, hatten die Helfer nur vage Hinweise auf den Unfallort gehabt. Der Einsatz war und ist für die ehrenamtlichen Helfer der Bergwacht und die Alpinpolizei schwierig. Schlechtes Wetter und bis zu drei Meter tiefer Schnee auf rund 2.500 Metern hatten die Suche in den vergangenen Tagen großteils unmöglich gemacht. Der 24-Jährige aus Hannover wird seit Sonnabend vermisst.

VIDEO: Bergsteiger aus Niedersachsen in den Alpen vermisst (19.09.2022) (1 Min)

Suche mit Rettungstrupps könnte Donnerstag weitergehen

Die Suche soll weitergehen, sobald es die Wetterbedingungen zulassen. Für Donnerstag wurde geeignetes Wetter mit Sonnenschein und weniger Wind erwartet. In den Tagen zuvor waren die Bedingungen selbst für die erfahrenen Retter teils lebensgefährlich: Starker Wind bei anhaltendem Schneefall hatte für Lawinengefahr gesorgt, der 2.607 Meter hohe Hochkalter bricht zudem in steilen Wänden ab.

Erstes geortetes Signal kam von Wetterballon

Am Mittwochvormittag hatte sich das Wetter laut Bergwacht so weit gebessert, dass erstmals ein Hubschrauber mit mehreren Bergrettern zum Hochkalter aufsteigen konnte. Dabei komme auch eine Recco-Boje zum Einsatz. Mittels Sonar kann das an einer langen Leine unter dem Hubschrauber baumelnde Gerät Halbleiter in elektronischen Geräten orten - auch wenn deren Akkus leer sind. Der 24-Jährige soll Handy und Laptop dabei gehabt haben. Einmal hat das Ortungsgerät am Mittwoch im tiefen Schnee bereits ein Signal empfangen. Das kam allerdings nur von einem Wetterballon. Wenigstens wisse man jetzt, dass das System funktioniert, sagte der Sprecher.

Helfer haben wenig Hoffnung

Trotz schwieriger Bedingungen sollen am Gipfelgrat mehrere Suchgruppen ausgesetzt werden. "Sie werden zusammengestellt aus der Bergwacht Ramsau und den Bergführerstaffeln der Polizei und suchen vor Ort nochmal direkt an den Stellen, wo wir den Vermissten vermuten", sagte der Sprecher der Bergwacht. Der 24-Jährige hatte den Rettern gesagt, dass er sich rund 200 Metern unter dem Gipfel befinde. Das sei "absolutes alpines Absturzgelände", so der Bergwacht-Sprecher. Die Einsatzkräfte haben inzwischen wenig Hoffnung, dass sie den Vermissten noch lebend finden. "Die Überlebenschancen nach zweieinhalb Tagen bei minus 15 Grad am Berg, dem Wind ausgesetzt, sind sehr gering", erklärte der Sprecher. Nach dem, was man wisse, sei der junge Mann zwar ordentlich ausgerüstet gewesen, habe aber beim Sturz seine Handschuhe verloren. Das sei schlecht, weil man in einem solchen Fall schneller auskühle.

Vermisster kommt laut Polizei aus Hannover

Der 24-Jährige war am Sonnabend trotz Schneefalls in Ramsau bei Berchtesgaden zu einer hochalpinen Tour aufgebrochen. Nach übereinstimmenden Medienberichten bestätigte die Polizei vor Ort, dass der Vermisste aus Hannover kommt. Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, war er mit dem Zug angereist und allein unterwegs. In etwa 2.400 Metern Höhe rutschte er offenbar ab und kam bei eiskaltem Wind und Schneesturm nicht mehr weiter. Er setzte einen Notruf ab und gab dabei laut Bayerischem Roten Kreuz (BRK) zunächst an, dass er sich beide Arme gebrochen habe und am Kopf verletzt sei. In einem späteren Telefonat habe er gesagt, dass er doch nicht ernsthaft verletzt sei, so ein BRK-Sprecher. Danach riss der Telefonkontakt ab.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 21.09.2022 | 15:00 Uhr

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