Stand: 09.09.2013 17:00 Uhr  | Archiv

Langeoog - Klüngel um Ferienwohnungen

von Philipp Kafsack, Pippa Nachtnebel & Jenny Witte

Das Leben auf Langeoog hat seine eigenen Regeln. Regeln, die sich ergeben, wenn man sich kennt, das  Leben überschaubar ist - und die, die einem Probleme bereiten könnten, weit weg sind. Zuständig für die ostfriesische Insel ist der Kreis Wittmund. Das ist mit Fähre und Auto über eine Stunde entfernt auf dem Festland.

VIDEO: Langeoog: Klüngel um Ferienwohnungen? (8 Min)

Ausgebaute Dachböden, umgewidmete Erker

Blick auf Strandkörbe auf Langeoog. © NDR Foto: Werner Wulf
Auf rund 2000 Insulaner kommen fünfmal so viele Gästebetten.

Und Langeoog ist ein beliebtes Reiseziel. Auf seine rund 2000 Insulaner kommen fünfmal so viele Gästebetten, rund  10.250 Stück. Die Insel ist in den Sommermonaten nicht selten komplett ausgebucht. Und das, obwohl Übernachtungen und Unterkünfte in diesem Idyll durchaus nicht zu Schnäppchenpreisen zu bekommen sind.. Die Insel lebt vom Tourismus und die Insulaner haben schnell begriffen, dass sich auch mit ausgebauten Dachböden und umgewidmeten Erkern Geld verdienen lässt.

Nur, dass man diese Ausbauten und Umwidmungen in Wittmund beantragen und genehmigen lassen muss, daran haben die Langeooger wohl selten gedacht. Da wurde dann "intern umfunktioniert", so dass man meinte keine Genehmigung zu benötigen, weil "es doch alles Innen" war. Und Wittmund ist, wie gesagt, von Langeoog gesehen, weit weg.

Nun fragt man sich als Außenstehender, ob denn dem Bürgermeister oder gar den Behörden in Wittmund niemals aufgefallen ist, dass es auf der Insel ziemlich viele Gästebetten auf ziemlich wenig Wohnfläche gibt. Doch irgendwie fühlt sich keiner zuständig.  Der Bürgermeister verweist auf das Bauamt in Wittmund, dieses wiederum gibt zu Protokoll, man könne und würde keine aktiven Kontrollen durchführen und nur auf Hinweise handeln.

Verstöße gegen das Baurecht

Und Hinweise, die gab es jetzt: Rund 700 mutmaßliche Verstöße gegen das Baurecht hat jetzt eine anonyme Anzeige zutage gefördert. Auf knapp 1500 Seiten listet ein bisher Unbekannter auf, welche Vermieter wo wieviel Geschossfläche offenbar ohne Genehmigung für den Fremdenverkehr hergerichtet haben.

Nun ist guter Rat teuer. Jetzt wollen Betroffene auf der Insel versuchen, die Umbauten nachträglich zu legalisieren, um einen drohenden Abriss abzuwenden. Aber vor allem wollen die Insulaner  eines: Herausfinden, wer da gegen die Inselregeln verstoßen und sie in Wittmund angeschwärzt hat.    

Dieses Thema im Programm:

Panorama 3 | 10.09.2013 | 21:15 Uhr

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