Zensus: So hat sich die Einwohnerzahl in Ihrem Kreis entwickelt

Stand: 25.06.2024 20:19 Uhr

Um zehn Prozent hat die Bevölkerung im Landkreis Cloppenburg im Vergleich zum Zensus 2011 zugenommen. Hildesheim ist keine Großstadt mehr - und insgesamt wohnen in Deutschland weniger Ausländer als angenommen.

von Frauke Reyer, Alexander C. Mühlhausen

Hamburg und das Umland ziehen erwartungsgemäß Menschen an. Hier wächst die Bevölkerung um 6 bis 9,4 Prozent. Noch stärker legen - prozentual gesehen - Kreise im westlichen Niedersachsen zu, also die Kreise Cloppenburg (+10 Prozent), Vechta, Ammerland, Grafschaft Bentheim und Emsland.

Hildesheim ist keine Großstadt mehr

Die Stadt Hildesheim in der Nähe von Hannover fällt unter die 100.000-Einwohner-Marke: Nur noch 97.716 Einwohner lebten dort laut Zensus 2022. Durch die geringere Bevölkerungszahl verliert Hildesheim den Status als Großstadt. Dies hat auch finanzielle Auswirkungen im kommunalen Finanzausgleich - jedoch nicht unbedingt zum Nachteil der Stadt. Das geht aus einer vorläufigen Modellrechnung des Statistischen Landesamtes Niedersachsen hervor. Zwar bedeuten niedrigere Einwohnerzahlen grundsätzlich erst einmal weniger Geldzuweisung aus dem Ausgleichstopf der Kommunen, aber mit unter 100.000 Einwohnern gilt Hildesheim nach Auskunft des Statistischen Landesamts Niedersachsen als "rechnerisch steuerschwächer" und bekommt dafür wiederum mehr Geld zugewiesen. Finanziell wirksam werden die neuen Zahlen aber nicht sofort, sondern erst ab dem kommunalen Finanzausgleich im Jahr 2025, teilte das Statistische Landesamt Niedersachsen auf NDR-Anfrage mit.

MV verliert Einwohner - als einziges Bundesland im Norden

Von den Bundesländern in Norddeutschland ist Mecklenburg-Vorpommern das Einzige, in dem die Bevölkerungszahl seit dem letzten Zensus zurückgegangen ist, in allen anderen Nord-Ländern leben mehr Einwohner als zum Zeitpunkt des letzten Zensus im Jahr 2011.

Hamburg und MV: Weniger Bevölkerungszuwachs als erwartet

Im Vergleich zur Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2011 gibt es durch die aktuellen Daten zum Stichtag 15. Mai 2022 deutliche Korrekturen: In Deutschland leben demnach 1,4 Millionen Menschen weniger als angenommen. In Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern liegen die Einwohnerzahlen besonders stark unter den Prognosen: 3,5 Prozent weniger Menschen als bisher gedacht lebten 2022 in diesen beiden Bundesländern. In Schleswig-Holstein fällt die Abweichung von der Bevölkerungsfortschreibung mit -0,6 niedriger aus als im Bundesdurchschnitt (-1,6 Prozent). In Bremen lebten hingegen etwas mehr Menschen als angenommen.

Weniger Ausländer als gedacht - besonders in MV

10,9 Millionen ausländische Mitbürger lebten laut Zensus 2022 in Deutschland - das ist fast eine Million weniger als in der Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2011 prognostiziert worden war. Insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern leben deutlich weniger Ausländer als gedacht. Der Zensus erfasst nur einen Teil der Schutzsuchenden aus der Ukraine, da sich am Stichtag 15. Mai 2022 noch nicht alle seit dem russischen Angriff geflüchteten Menschen in Deutschland angemeldet haben mussten.

Wichtigste statistische Erhebung in Deutschland

Mit dem Zensus - früher auch Volkszählung - ermittelt das Statistische Bundesamt alle zehn Jahre die genauen Bevölkerungszahlen für Deutschland, die Bundesländer und die mehr als 10.000 Gemeinden. Daneben werden Daten zu den Themen Demografie, Wohnen und zu den Wohngebäuden erhoben. "Die genauen Daten des Zensus sind wichtige Grundlagen für Entscheidungen von Bund, Ländern, Städten und Kommunen - beispielsweise wenn es darum geht, wie viele Straßen und Radwege wir brauchen oder wie viele Kitaplätze und wohnortnahe Schulen", sagte Ruth Brand, die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes bei der Vorstellung der ersten Ergebnisse.

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