Zauneidechse hat grün gefärbte Haut © NDR Foto: Katrin Kunkel aus Ribnitz-Damgarten

Zauneidechsen: Überleben im Biotop an der Autobahn

Stand: 07.02.2021 11:44 Uhr

An der Großbaustelle zum Wiederaufbau der abgesackten A20 bei Tribsees gibt es Hilfe für Zauneidechsen - ein neuer Lebensraum ist entstanden, er soll den Bestand erhalten und schützen.

Mit Reparaturbeginn 2019 wurde eigens ein neues Biotop für Zauneidechsen geschaffen - direkt an der Autobahn, mehrere Hundert Quadratmeter groß. Mit hochaufgeschütteten Kiesbergen, damit sich die Tiere eingraben können, mit alten Baumwurzeln und Feldsteinen. Auf einer Fläche, die zuletzt als Müllkippe diente. 50.000 Euro hat die Anlage gekostet - samt vorangegangenem Müllberäumen.

"Wiedervereinigung" für Zauneidechsen

Mit dem Bau der A20 war das Habitat an genau dieser Stelle getrennt worden. Einige Eidechsen lebten fortan auf der linken, die anderen auf der rechten Streckenseite. So gab es Schwierigkeiten mit der Fortpflanzung. Der Bestand ging ständig zurück. Deshalb wurden jetzt die verbliebenen Zauneidechsen zur Wiedervereinigung auf die neu geschaffenen Fläche Richtung Stettin getragen. Naturschutzbund Experte Falk Ortlieb hat von anderen Baustellen weitere Tiere dazugebracht. In der Hoffnung, das es mit dem Bestand wieder aufwärts geht: "Wir können mit unserer Expertise und unserer Erfahrung dafür sorgen, dass die Maßnahmen eine hohe Erfolgschance haben. Wichtig ist, dass wir auch langfristig darauf gucken, dass die Lebensräume erhalten und gepflegt werden, damit die Tiere da auch dauerhaft eine Chance haben."

Zauneidechse ist das Reptil des Jahres 2021

Zauneidechsen können bis zu 25 Zentimeter groß werden und sind farblich sehr variabel: mal grün, mal braun, hell oder dunkel. Sie haben eine besondere Gabe: sie werfen ihren Schwanz ab, wenn sie sich bedroht fühlen. Und sie stehen in diesem Jahr im Rampenlicht - die Zauneidechse ist das Reptil des Jahres. Derzeit halten die Tiere aber noch Winterschlaf. Falk Ortlieb sehnt schon mal das Frühjahrserwachen herbei: "Natürlich juckt uns das in den Fingern zu wissen, ob die Tiere noch da sind und wie es ihnen geht."

Autobahnböschung als Lebensraum

Erst recht wollen die Experten wissen, wie stark sich die Zauneidechsen vermehren werden. Und ob einige Tiere anschließend abwandern, um sich ein neues Zuhause zu suchen: "In Tribsees stellt sich die Situation so dar, dass die Autobahnböschung bzw. die Randbereiche zu den Ackerlandschaften aber eben auch zu den Waldrändern Lebensraum der Zauneidechse sind. Aber wenn es Möglichkeiten gibt, zu wandern, dann werden die Tiere diese nutzen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.02.2021 | 12:00 Uhr

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