Stand: 16.04.2019 17:45 Uhr

Windpark "Arkona" vor Rügen in Betrieb

von Nicolas Bernhard, NDR 1 Radio MV

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Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (l.), Bundeskanzlerin Angela Merkel und E.ON-Chef Johannes Teyssen nahmen an der Veranstaltung in Sassnitz-Mukran teil.

Etwa 35 Kilometer vor der Küste Rügens haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Norwegens Energieminister Kjell Borge Freiberg sowie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag gemeinsam den neuen Windpark "Arkona" in Betrieb genommen. Der französische Umweltminister François de Rugy hatte seine Teilnahme schon am Montag abgesagt.

Windpark der Superlative

"Arkona" ist der derzeit leistungsstärkste Windpark in der Ostsee. 60 Windräder mit je 154 Metern Durchmesser drehen sich dort, die unter Volllast genügend Strom für 400.000 Haushalte produzieren. Der Strom wird dann über eine Umspannplattform mit einem Seekabel nach Lubmin bei Greifswald geleitet und von dort ins deutsche Stromnetz gespeist. Die Umspannplattform wurde in Frankreich gefertigt. Etwa eineinhalb Jahre brauchten Ingenieure und Techniker, um den 1,2 Milliarden Euro teuren Offshore-Park der Energieversorger E.ON aus Deutschland und Equinor (vormals StatOil) aus Norwegen zu errichten. Damit ist "Arkona" einer der am schnellsten realisierten Windparks in der Offshore-Geschichte.

Projektleiter Holger Matthiesen im Interview.

Startschuss für Windpark "Arkona" vor Rügen

Nordmagazin -

Im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wurde vor Rügen die Offshore-Windkraftanlage "Arkona" offiziell in Betrieb genommen.

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Die Nummer Zwei am Adlergrund

Im Seegebiet zwischen Rügen und Bornholm ist "Arkona" bereits der zweite Windpark, der in Betrieb geht. Im vergangenen Jahr hatte der spanische Energieversorger Iberdrola seinen Windpark "Wikinger" bereits dort angeschlossen. Offshore-Anlagen gelten inzwischen als zuverlässig, auch was ihre Stromlieferung angeht. Im Durchschnitt drehen sie sich fast jeden Tag und erreichen dabei rechnerisch rund 4.500 Volllast-Stunden, deutlich mehr als bei Anlagen an Land. Das Seegebiet zwischen Rügen und Bornholm gilt dabei als besonders windbeständig. Zwei weitere Windparks sind bereits in Planung - und auch dann ist immer noch genug Platz vor der Küste Arkonas.

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Rüganer haben sich arrangiert

Bislang liegen die Windparks knapp außerhalb der Sichtweite der Rüganer. Wie wenige andere profitiert die Insel von der Stromproduktion auf hoher See. Allein E.ON hat 50 neue Dauerarbeitsplätze im Hafen Mukran geschaffen. Die Stadt Sassnitz hofft auf viele Folgeaufträge für die einheimische Wirtschaft. Der Bürgermeister Frank Kracht freut sich über die direkten und 100 indirekten Arbeitsplätze, die durch den Windpark in Sassnitz entstanden sind. Für eine Insel, die überwiegend auf saisonalen Tourismus angewiesen ist, ist das von großer Bedeutung, so der Bürgermeister.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.04.2019 | 12:00 Uhr

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