Stand: 23.01.2019 11:48 Uhr

Wildschweine erobern Wohngebiete

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Wildschweine sind Allesfresser, sie kommen gern dorthin, wo der Tisch reich gedeckt ist.

Auf Rügen und auf Hiddensee bereiten Wildschweine derzeit große Probleme. Nach Angaben des zuständigen Jagdverbandes kommen die Tiere bei der Futtersuche immer wieder in die Ortschaften Binz und Sellin. Auf Hiddensee richtet das Schwarzwild im Winter erhebliche Schäden auf Weiden und Wiesen an. Auf Usedom dagegen hat sich die Lage entspannt. Aufgrund des guten Nahrungsangebotes verirren sich die Wildschweine dort seltener in die Orte. Nach Angaben des Forstamtes Pudagla sind aktuell wieder weniger Wildschweine auf der Insel zu sehen.

Futter auf dem Silbertablett

Wildschweine sind Experten zufolge extrem anpassungsfähige Tiere, sie können sich problemlos auf ihre Umwelt einstellen. Zudem sind sie echte Allesfresser - auf dem Speiseplan im Wald stehen zum Beispiel Blätter, Triebe, Wurzeln, Pilze, Kräuter und Flechten. Außerdem Tierisches: Insekten wie Regenwürmer, kleine Säugetiere, Vögel, Eier, Fischreste, Aas. Sind nicht genügend Waldfrüchte da, dann fressen Wildschweine auch gern Mais, Erbsen, Bohnen, Gras und Kartoffeln. Das zieht sie in die Nähe von Menschen, da gibt es vielerorts Futter auf dem Silbertablett.

Gartenabfälle und Picknickreste sind Leckerbissen

Für Wildschweine sind etwa Gartenabfälle und liegen gelassene Picknickreste im Park ein gefundenes Fressen. Ihr ausgezeichneter Geruchssinn und das gute Gedächtnis helfen ihnen dorthin zurückzufinden, wo der Tisch reich gedeckt ist. Dann graben die Schwarzkittel mit ihren kräftigen Rüsseln schon mal den Boden auf und drücken Zäune hoch, um an Komposthaufen, Papierkörbe und Abfalltonnen ranzukommen. Wer etwa Gartenabfälle und Kompost im Wald oder in der Umgebung ablädt, füttert unbewusst und lockt die Wildschweine damit dauerhaft in Wohngebiete. Deswegen gilt: Grundstücke sichern, Mülltonnen einzäunen, den Kompost unzugänglich machen.

Begegnung: Abstand halten, Ruhe bewahren

In der Regel sind Wildschweine friedliche Tiere, sie haben eher Angst vor Menschen, sagt die Deutsche Wildtierstiftung. Wer einem Wildschwein begegnet, der sollte dennoch großzügig Abstand halten, auch langsame Bewegungen sind wichtig. Wer wegläuft, hektisch wird und Angst zeigt, der signalisiert dem Wildschwein Gefahr, treibt das Tier in die Enge und drängt es damit regelrecht zum Angriff. Das gilt besonders für eine Bache, die ihre Frischlinge verteidigen will.

Messerscharfe Eckzähne können schwere Verletzungen verursachen

Wildschweine sind sehr schwere, wehrhafte Tiere. Sie haben messerscharfe Eckzähne, mit denen sie Menschen schwere Verletzungen zufügen können. In Vorpommern hat ein - wohlgemerkt - angeschossener Keiler vor gut einem Jahr einen 50-jährigen Jäger getötet. Das Tier hatte den Mann so schwer am Oberschenkel verletzt, dass er viel Blut verlor und daraufhin starb.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.01.2019 | 06:40 Uhr

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