Stand: 07.03.2019 12:00 Uhr

Weniger rechtsextreme Übergriffe in MV - aber brutaler

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Die Opferberatung LOBBI beklagt die Zunahme körperlichen Übergriffen. (Symbolbild)

Die Zahl der rechtsmotivierten Übergriffe in Mecklenburg-Vorpommern ist vergangenes Jahr nach Angaben der Opferberatung Lobbi leicht gesunken. Allerdings würden die Angriffe zunehmend brutaler.

Geringer Hemmschwelle bei Tätern

96-Mal haben Täter im vergangenen Jahr laut der Opferberatung zugeschlagen. Im Jahr zuvor waren es noch 109 Angriffe. Betroffen seien 180 Personen gewesen, darunter 30 Kinder und Jugendliche. Nach Angaben von Lobbi-Sprecher Robert Schiedewitz kann nicht von einer Beruhigung der Lage gesprochen werden. Die Beratung registriere vielmehr, dass die Hemmschwelle der Täter immer weiter sinke. So habe es sich bei der Hälfte der Angriffe um gefährliche Körperverletzungen gehandelt - der höchste Wert bisher.

Innerministerium mit anderen Zahlen

Das häufigste Motiv sei wie in den Vorjahren Rassismus. Die meisten Übergriffe hat es laut Lobbi mit 35 Fällen in Rostock gegeben. Die Berater machen hier unter anderem eine zunehmend stärker organisierte rechte Szene aus. Das Innenministerium in Schwerin kommt auf andere Zahlen. Es nennt 42 rechte Gewalttaten für 2018. Schiedewitz führt das darauf zurück, dass Betroffene häufig nicht zur Polizei gehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.03.2019 | 16:30 Uhr

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