Viel Schnee: Weiter Unwetterwarnung für Rügen

Stand: 09.02.2021 18:37 Uhr

Schnee und Kälte bestimmen weiter das Wetter in Mecklenburg-Vorpommern. Besonders betroffen sind Rügen und Hiddensee. Dort wird weiter vor Schneeverwehungen gewarnt. Bei Verkehrsunfällen wurden drei Menschen schwer verletzt.

In Mecklenburg-Vorpommern warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor teils kräftigem Schneefall, Glätte und Schneeverwehungen. Für den Bereich Wittow auf Rügen und Hiddensee gab der DWD eine Unwetterwarnung heraus. Dort liegen nach Angaben des Meteorologen Stefan Kreibohm vom NDR Wetterstudio auf Hiddensee derzeit 35 Zentimeter Schnee. Und es werde dort im Lauf des Dienstags weiter schneien. Am Mittwoch werde der Schneefall auch den Darß und die Küste Mecklenburgs erfassen und könne möglicherweise den Schaalsee an der westlichen Landesgrenze erreichen, sagte Kreibohm.

Viel Neuschnee und Wind auf Rügen: "Dann wird nicht mehr viel gehen"

Am Mittwochnachmittag könne es im Norden Rügens und auf Hiddensee zu Schneeverwehungen kommen, so Kreibohm - "weil bis dahin noch mehr Schnee fällt. In Wittow und auf Hiddensee kann es noch ein halber Meter werden." Da am Mittwoch voraussichtlich auch wieder der Wind zunehmen werde, werde der ganze Schnee in Bewegung gesetzt- "und dann nicht mehr viel gehen", so Kreibohm. Einige Ortschaften könnten dann nicht mehr erreichbar sein. Außerdem werde es in der kommenden Nacht stellenweise knackig kalt. Bei klarem Himmel seien mancherorts Temperaturen von unter minus 15 Grad möglich, so Kreibohm weiter.

Drei Schwerverletzte bei Unfällen

Landesweit ereigneten sich bis Dienstagmorgen etwa 20 Verkehrsunfälle. Im Kreis Ludwigslust-Parchim wurden drei Menschen schwer verletzt, einer leicht. In Dranske auf Rügen blieb ein Rettungswagen im Schnee stecken. Die Sanitäter waren auf dem Rückweg von einem Krankentransport. Sie blieben unverletzt. Auf einigen Straßen kam es zu Verkehrsbehinderungen. Betroffen waren unter anderem die A11 bei Penkun, die A14 nördlich von Schwerin, außerdem die B105 bei Niepars in Vorpommern-Rügen und die B198 bei Stuer im Kreis Mecklenburgische Seenplatte.

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Bahnverkehr fast störungsfrei - Fährverbindungen gestrichen

Der Bahnverkehr in Mecklenburg-Vorpommern lief am Dienstag weitgehend störungsfrei. Bis auf einen IC, der von Binz über Rostock und das Ruhrgebiet nach Koblenz fahren sollte, seien alle Fern- und Regionalzüge unterwegs, sagte eine Bahnsprecherin in Berlin. Die Fähre nach Hiddensee fährt wieder - jedoch nach dem Eisfahrplan. Zwischen Rostock und dem dänischen Gedser fahren bis zum Dienstagabend wegen des stürmischen Wetters keine Fähren. Das teilte die Reederei Scandlines mit. Von 20 Uhr an soll der Verkehr wieder aufgenommen werden.

Boddengewässer: Bis zu 15 Zentimeter dickes Eis

Der Wintereinbruch macht sich mittlerweile auch an den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns bemerkbar. So hat sich nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Rostock beispielsweise auf den Boddengewässern bei Zingst, vor Rügen und bei Greifswald bis zu 15 Zentimeter dickes Eis gebildet. Am Peenestrom bei der Zecheriner Brücke gebe es 10 bis 15 Zentimeter dickes zusammenhängendes Eis. Auch im Stettiner Haff treibe sehr dichtes Eis mit Dicken von bis zu 15 Zentimetern bei Ueckermünde. Die Schifffahrt sei bisher aber kaum betroffen, sagte der BSH-Experte Jürgen Holfort. Auch in den kommenden Tagen werde an der Ostseeküste leichter bis mäßiger Frost erwartet. "Es wird sich weiteres Eis bilden."

Menschen begeben sich leichtsinnig auf vereisten Strelasund

Unterdessen holten Feuerwehr und Behörden in Stralsund zweimal Gruppen vom Eis des Strelasunds und warnten erneut vor Leichtsinn. Laut Polizei waren drei Jugendliche gegen Mittag mehrere hundert Meter auf das Gewässer hinaus in Richtung Altefähr auf Rügen gelaufen. Nach ernster Aufforderung durch die Kameraden kamen die Eisspaziergänger wieder zurück. Ein Stück weiter sei eine zweite Gruppe bemerkt worden, die die Gefahren durch das dünne Eis wegen des Schnees auf dem Strelasund offensichtlich unterschätzt hatte. Nach Aufforderung durch die Wasserschutzpolizei verließen die Männer den Gefahrenbereich, wie es hieß.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.02.2021 | 12:00 Uhr

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